Ausgabe: 02 / 2007
Seite: 87

Realistische Traumwelt

Von Ute Diehl

Eine Ausstellung des italienischen Metaphysikers im Palazzo Zabarella PADUA: GIORGIO DE CHIRICO

Der Umgang mit den Bildern von Giorgio de Chirico (1888 bis 1978) ist inzwischen so vertraut und alltäglich geworden, dass darüber fast das Gefühl für ihre beklemmende Poesie verloren gegangen ist. Die Ausstellung im Palazzo Zabarella in Padua lässt die "Pittura Metafisica" noch einmal als eines der intellektuell aufregendsten Abenteuer der Kunst des 20. Jahrhunderts erleben.

Ihr Schwergewicht liegt im Frühwerk, in einer langen Reihe von Bildern aus den Jahren 1911 bis 1919.

Es sind Bilder einer seltsam realistischen Traumwelt mit verlassenen Plätzen und Statuen, die lange Schatten werfen, und engen Räumen, in denen sich Dinge in widersprüchlichen Verbindungen zusammendrängen.

Die bisher größte Ausstellung Giorgio de Chiricos in Italien umfasst rund 100 zum Teil lange nicht gezeigte Exponate und verfolgt den Maler über alle Richtungsänderungen, wie die romantischen "Villen" und barocken Selbstporträts bis zu seinen neometaphysischen Erfindungen der sechziger Jahre.

Termin: bis 27. Mai. Katalog: Verlag Marsilio, 35 Euro, im Buchhandel 40 Euro.

Internet: www.palazzozabarella.it