Ausgabe: 02 / 2007
Seite: 117

Katerstimmung

Von Ute Thon

Art Basel Miami Beach: Zu viel Rummel trübt das Messeklima

Sensationsmeldungen überschlugen sich: Millionendeals, Megapartys, mörderisch kurze Miniröcke. Die "Art Basel Miami Beach" (ABMB) war wieder einmal ein voller Erfolg. Zumindest oberflächlich betrachtet.

Hinter der goldglänzenden Fassade macht sich jedoch auch Unmut breit. Der ganze Partyrummel und der inflationäre Zuwachs von Nebenmessen störe die Geschäfte, klagen manche Aussteller.

Tatsächlich hatten sich diesmal zwölf Satellitenmessen an das Basler Mutterschiff angedockt, von hochpreisigen Design shows bis zu kleinen Alternativmessen in Hotelzimmern. Ins gesamt waren über 700 Galerien vor Ort - alle in der vagen Hoffnung, vom überhitzten Turbo-Kunstmarkt zu profitieren. Das gelang vielen Galerien, vor allem wenn sie Markenware im Angebot hatten, also Neo Rauch, Andy Warhol oder Richard Prince. Über Misserfolge wird dagegen selten geredet. Doch nicht wenige Galeristen fuhren mit leeren Kassen nach Hause und müssen nun die hohen Kosten eines Messeauftritts in Übersee verkraften. Andere blieben gleich ganz weg. Michael Neff, Galerist und selbst Messemacher in Frankfurt am Main, gab seinen Stand auf der ABMB kurzfristig wieder zurück.

Die Hamburger Galeristin Karin Guenther war bereits drei Mal auf der "Art Basel Miami Beach" dabei. Diesmal hat sie gut verkauft, vor allem Werke von Henning Bohl. Doch der finanzielle Aufwand sei enorm. "Es kommt auf die Ausdauer an", sagt sie.

"Wer nur auf schnelle Dollar setzt, wird enttäuscht." Die von den Medien verbreitete Partylaune findet sie allerdings ziemlich übertrieben. "Wer geht denn eigentlich noch auf diese blöden Poolpartys im Delano?" Auch Michael Janssen will über seine Messeumsätze nicht klagen.

"Die Art Basel Miami Beach ist die spannendste Messe in Amerika", sagt der Kölner Galerist, dessen Künstler Gert & Uwe Tobias mittlerweile auch in den USA als Geheimtipp gelten. Aber er bemängelt die Überfülle des Angebots.

"Es gibt zu viele Veranstaltungen, dadurch verläuft sich alles zu sehr." Bei den "Art Positions", einer Sondersektion der ABMB für junge Galerien am Strand, hatten die Aussteller mit zu großem Andrang zu kämpfen. Dank des massiven Medienechos drängte sich in den zu Schauräumen umfunktionierten Schiffscontainern nicht nur fachkundiges Kunstpublikum, sondern jede Menge unbedarfte Strandurlauber, die mal ein bisschen in die Glitzerwelt der Kunst schnuppern wollten.

Da stöhnte so mancher Galerist, dass allzuviel Popularität dem Kunstgeschäft vielleicht doch eher schaden würde.