Ausgabe: 02 / 2007
Seite: 118

Umstritten

Von Clemens Bomsdorf

Kunstaktion: "Hornsleth Village Project" in Uganda

Wieder einmal rufen Bilder aus Dänemark im Ausland Proteste hervor. Gut ein Jahr nach der so genannten Mohammed- Krise, bei der dänische Zeichner den islamischen Propheten karikiert und damit den Zorn von Muslimen in aller Welt auf sich gezogen hatten, protestieren offizielle Vertreter Ugandas gegen die Arbeiten des Künstlers Kristian von Hornsleth. Für sein "Hornsleth Village Project" hatte der Däne Ende letzten Jahres den Einwohnern des kleinen Dorfes Bute yongera in Uganda Ziegen und Schweine geschenkt. Als Gegenleistung mussten die Afrikaner seinen Nachnamen annehmen.

Anschließend wurden die neuen Hornsleths mit ihren neuen Ausweisen fotografiert.

James Nsaba Buturo, ugandischer Minister für Ethik und Integrität, kritisierte in der Presse seines Landes das Kunstprojekt scharf. Auf der Vernissage in den Ausstellungsräumen des Kopenhagener Verlags "Politiken", wo rund 100 der Aufnahmen aus Bute yon gera präsentiert wurden, sagte eine ugandisch-dänische Musikgruppe ihren geplanten Auftritt ab.

Der Künstler reagierte er bost:

"Gestern hatten diese Menschen gar nichts, jetzt haben sie immerhin Tiere. Wo sind die Tiere des Ministers und der Regierung?

Wo ist sein Hilfsprogramm?" Allerdings hatten selbst Menschenrechts- und Entwicklungshilfeorganisationen zwar nicht gegen Hornsleths Hilfe, wohl aber gegen seine Kunstaktion Bedenken geäußert.