Ausgabe: 02 / 2007
Seite: 112

Fundstück

Von Adrienne Braun

Diebstahl: Noldes "Nadja" nach 30 Jahren aufgetaucht

Fast 30 Jahre galt es als vermisst, nun ist das Porträt "Nadja" (1919) von Emil Nolde auf einem Dachboden in Nordbaden wieder aufgetaucht. Ein 84-jähriger Kunstsammler fand das Bild beim Aufräumen in seinem Haus in der Nähe von Ladenburg - und brachte es zur Polizei. Nachforschungen des Landeskriminalamtes von Baden- Württemberg ergaben nun: Das Bild ist gestohlen worden.

Dass es sich um einen echten Nolde handelt, daran hat Manfred Reuther, Direktor der Nolde- Stiftung in Seebüll, keine Zweifel.

Das wieder aufgetauchte Werk gehört zu einer Folge kleinerer Frauenbildnisse, die Nolde 1919 gemalt hat. Der norddeutsche Künstler gab in seinem Werkverzeichnis an, dass "Nadja" Walther Rathenau gehöre, dem ermordeten Außenminister der Weimarer Republik. Das allerdings sei falsch, meint Reuther, das Gemälde habe dessen Vetter Ernest Rathenau gehört. Bei Recherchen für ein Werkverzeichnis wurde die Nolde- Stiftung bereits in den siebziger Jahren auf "Nadja" aufmerksam, und Reuther holte bei Ernest Rathenau Informationen über das Bild ein, das bei einer Spedition in Freiburg eingelagert war. Als Rathenau es dort 1979 abholen wollte, war es verschwunden. Wie, das konnte bis heute nicht aufgeklärt werden. Vermutlich war die Tochter des jetzigen Finders in den Dieb stahl verwickelt und versteckte das Bild auf dem Dachbo den ihres Vaters. Wenn Rathenaus Erben gefunden sind, ist die Sache für das Kriminalamt erledigt:

Denn der Dieb stahl ist verjährt und die Hauptverdächtige gestorben.