Ausgabe: 02 / 2007
Seite: 111
Neues Gesicht für ein altes Haus
Von Adrienne Braun
Museum: Mannheimer Zeughaus saniert und wiedereröffnet
Es ist nicht George Orwells Big Brother, der da seine Blicke schweifen lässt, sondern die schönen Augen einer Frau verfolgen Passanten und Besucher, die sich dem neuen Museum Zeughaus in Mannheim nähern.
Zur Eröffnung hat die Künstlerin Elisabeth Brockmann diese spektakuläre Lichtinstallation für die Fensternischen in der Barockfassade entwickelt. Mit dem sich ständig bewegenden Augenpaar, das Tag und Nacht über dem Platz vor dem Museum wacht, wollte sie dem Zeughaus, das zu den nach einer Stifterfamilie benannten städtischen Reiss-Engelhorn- Museen gehört, quasi ein Gesicht geben.
Nach umfassender Sanierung, für die Mannheim 13,5 Millionen Euro aufgebracht haben, einschließlich 800 000 Euro aus der Landesstiftung Baden-Württemberg, ist das Zeughaus wieder in den Originalzustand von 1777 versetzt worden. Das Gebäude, das Architekt Peter Anton von Verschaffelt gebaut hat, ist der letzte noch erhaltene Monumentalbau aus der Mannheimer Kurfürstenzeit.
Mit dem großen Umbau hat das ehemalige Waffenarsenal zum Beispiel wieder seine barocke Dachkonstruktion mit Gauben zurückbekommen.
Das neue Museum, das stark auf moderne Vermittlungstechniken setzt, beherbergt auf rund 6000 Quadratmetern Werke antiker Kulturen, der Kunst- und Stadtgeschichte. Hinzu kommt eine Gemäldegalerie plus Grafikkabinett, eine Abteilung zur Theatergeschichte, europäische Musikinstrumente und das Forum Internationale Photographie unter anderem mit der hervorragenden Sammlung Helmut Gernsheims.
Internet: www.reiss-museum.de
