Ausgabe: 02 / 2007
Seite: 110

Licht aus?

Von Manfred Schwarz

Bausünde: Glaskoloss bedroht Düsseldorfer Atelierhaus

Mit Nachdruck bemühen sich die Stadtoberen Düsseldorfs darum, das alte Image der Kunststadt wieder aufzufrischen. Um so mehr irritiert, dass dem denkmalgeschützten Künstler-Atelierhaus an der Sittarder Straße im wahrsten Sinne des Wortes das Licht auszugehen droht. Denn dieses Prachtstück aus der Spätzeit der Wilhelminischen Epoche befindet sich neben der Victoria- Versicherung. Die dominiert mit ihrem hoch in den Himmel ragen den Bau schon das weite Terrain vor der Südfassade des Atelierhauses; nun will die Versicherung einen weiteren Glaskoloss unmittelbar vor die nördliche Seite des Hauses setzen. Dort gibt es bislang nur einen Parkplatz, der zwar nicht schön ist, aber einen Vorteil hat: Er raubt den Ateliers nicht das kostbare Licht. Denn auf den Einfall des Nordlichts durch hohe Fenster ist das Bauwerk eigens ausgerichtet worden.

1907 wurde das großzügige Atelierhaus im Auftrag einer gemeinnützigen Künstlergesellschaft gebaut.

Konrad Klapheck, bekannter Düsseldorfer Maler, der hier seit Anfang der siebziger Jahre einen der 35 Atelierräume nutzt, ist fassungslos:

Eine Epoche von "100 Jahren Nord licht", so Klapheck, käme an ihr Ende, wenn der Neubau genehmigt würde.