Ausgabe: 12 / 2007
Seite: 142

Schlechte Stimmung in Köln

Von Ute Thon

Art Cologne: Galerien beklagen Bedeutungsverlust der Messe

So hat sich Gérard Goodrow das sicher nicht vorgestellt: Der künstlerische Leiter der "Art Cologne" wollte mit dem Terminwechsel und der Verschlankung der Messe positive Signale setzen. Doch die Kritik reißt nicht ab. Ende Oktober beklagten zehn Kölner Galeristen, darunter prominente Namen wie Gisela Capitain, Jörg Johnen und Monika Sprüth, in einem offenen Brief den "herben Bedeutungsverlust" der Messe und drohten mit Nichtteilnahme.

Christian Nagel forderte gar personelle Konsequenzen.

"Goodrow ist der falsche Mann", sagte er gegen über art. Der Messechef fühlt sich von den Galeristen düpiert: "Eine kleine Gruppe redet die Art Cologne schlecht", sagt Goodrow. "Wer der Messe fernbleiben will, soll das tun." Es wird schon gemunkelt, Nagel plane eine Alternativveranstaltung zur "Art Cologne".

Auch in Düsseldorf reibt man sich die Hände. Die Macher der "dc duesseldorf contemporary", an der auch der Verlag Gruner + Jahr beteiligt ist, mieten für die zweite Ausgabe der neuen Messe das Fußballstadion LTU-Arena und hoffen nun, dass der Kölner Streit ihnen ein paar zusätzliche Teilnehmer beschert. "Wir wollen mit der ,dc' den Kreis um Düsseldorf größer ziehen und wünschen uns Kooperationspartner in Köln", sagt "dc"-Chef Walter Gehlen.

Ausführliches Interview mit Gérard Goodrow auf: www.art-magazin.de

Vorteil für Düsseldorf? Simulation der "dc"-Architektur in der LTU-Arena