Ausgabe: 11 / 2007
Seite: 130

NACHGEFRAGT

Von

Marion Ackermann, 42, Direktorin des am Schlossplatz gelegenen Stuttgarter Kunstmuseums, ist sauer, dass Alexander Calders Skulptur "Crinkle", die vor dem Haus steht, von Schaustellern häufig zweckentfremdet wird.

Warum ist die frisch renovierte Skulptur schon wieder so angeschlagen?

Bei Veranstaltungen werden zum Beispiel immer wieder Metallbänder um die Streben gewickelt, um einen Stand zu befestigen.

Deshalb sind da schon wieder Macken, obwohl wir jede Woche unseren Reinigungsdienst rausschicken.

Ist es denn erlaubt, Würstchenbuden oder Trampoline daran zu befestigen?

Eigentlich muss zum Kunstmuseum und zur Skulptur Abstand gehalten werden, aber es wird nachts aufgebaut - und am Morgen sind Fakten geschaffen.

Was tun Sie dagegen?

Anfangs habe ich versucht, mit den Leuten zu reden. Eine Zeit lang haben wir die Polizei gerufen. Inzwischen haben wir es aufgegeben.

Die Stadt vermietet den Schlossplatz, aber kontrolliert, wie mir scheint, nicht, dass Vorgaben eingehalten werden.

Dabei ist Stuttgart doch so stolz auf sein neues Kunstmuseum ...

Wir haben Verständnis dafür, dass viele Veranstalter auf den Platz drängen, aber wir wären sehr dankbar, wenn dieses ständige Remmidemmi eingeschränkt würde.