Ausgabe: 10 / 2007
Seite: 123
Ein Tanzlokal
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ist kein guter Ort für ein Gemälde: Rauch legt sich über die Farben, Besucher und Kellner stoßen dagegen, Rotweinspritzer kommen hinzu. Entsprechend ramponiert ist das Wandbild "Pétales et jardin de la nymphe Ancolie" ("Blütenblätter und Garten der Nymphe Akelei"), das Max Ernst im Sommer 1934 für den Tanzsaal des umgebauten Corso-Theaters in Zürich gemalt hat (Foto: Gotthard Schuh).
1955 verbannte ein neuer Pächter nicht nur Zebrastühle und gestreifte Lampen aus dem Szenetreff, er ließ auch das 22 Quadratmeter große Werk des Surrealisten hinter modischen Stoffbahnen verschwinden.
Ende der fünfziger Jahre wurde das mit Ölfarbe direkt auf die Wand gemalte Bild dann ganz entfernt und auf 18 Stäbchensperrholzplatten übertragen.
Dabei entstanden viele Fehlstellen, die nicht restauriert, sondern nur großflächig übermalt wurden. 70 Prozent der Malschicht sind seither verdeckt, die fleischroten Blüten auf grünen Blättern, die frei im Raum zu schweben scheinen, haben unter einem dicken Grauschleier ihre Leuchtkraft verloren. Das Kunsthaus Zürich, das Ernsts Gemälde 1965 erwerben konnte, lässt es nun in einem Schauatelier im Basler Tinguely- Museum restaurieren. Besucher können die Arbeiten bis zum 27. Januar kommenden Jahres live verfolgen.
