Ausgabe: 10 / 2007
Seite: 130
NACHGEFRAGT
Von
Hans Effenberger, 44, Kunstformermeister und Leiter der Abgussabteilung in den Kunstsammlungen Dresden, fand ein Mysterium in seinem Depot: Auf der über 130 Jahre alten Totenmaske eines unbekannten Italieners sprießen Haare. art: Wie erklären Sie sich den geheimnisvollen Bewuchs?
Dass Haare auf Totenmasken haften, ist eigentlich nichts Neues, denn dabei wird ja eine Negativabformung frisch ausgegossen.
Aber hier gibt es Kopfhaar, Augenbrauen, Wimpern, Bart, Koteletten und sogar Brusthaar in erheblicher Länge und Menge. Das ist mir unerklärlich.
Könnten die Haare nachträglich aus herausgerissen Haarwurzeln im feuchten Gips gewachsen sein?
Ich habe mehrere Dermatologen konsultiert, die das kategorisch ausschließen: Da die Blutversorgung abgeschnitten sei, könne das Haar nicht mehr wachsen.
Kann es sich bei der behaarten Maske nicht um eine Fälschung handeln?
Die Datierung des Objekts ist glaubwürdig, so weit stehe ich zu meinem Fach. Man sieht auch keinerlei Einstiche, die dafür sprächen, dass die Haare nachträglich implantiert worden wären.
Was wollen Sie unternehmen, um das Rätsel zu lösen?
Ich hoffe, der Sache mit Untersuchungen an Verstorbenen auf den Grund gehen zu können. Vielleicht ist es ja doch ein ganz normaler Prozess.
