Ausgabe: 01 / 2007
Seite: 119

Kehrtwende

Von Claudia Bodin

Museum: New Yorker Whitney ändert Neubaupläne

Seit 20 Jahren gibt es den Plan, das 1966 von Marcel Breuer erbaute New Yorker Whitney Museum of American Art zu erweitern. Doch eine definitive Entscheidung konnte nie getroffen werden. Nun kam es erneut zu einem spektakulären Richtungswechsel:

Ein Jahr lang hatte das Whitney um eine Baugenehmigung für einen von Renzo Piano entworfenen Anbau am Stammhaus an der Madison Avenue gekämpft. Nachdem diese endlich erteilt wurde, änderte das Museum seine Pläne.

Der neue Ort für den Whitney- Ableger liegt nun an der stillgelegten U-Bahntrasse "High Line", die als Hochbahn durch Chelsea verläuft und von den Büros Field Operations und Diller Scofidio + Renfro zu einer spektakulären Parkanlage umgestaltet werden soll. Immerhin wurde dies mal nicht der Architekt gefeuert.

1985 hatte der Aufsichtsrat des Museums ein Projekt von Michael Graves gestoppt; 2003 wurden die Baupläne für ein Gebäude von Rem Koolhaas über den Haufen geworfen.

Zu dieser neuerlichen Umbesinnung in Sachen Erweiterung erklärt das Whitney, der bisher geplante neun stöckige Turm von Piano hätte nicht ausreichend Fläche gebracht - als ob dies eine neue Erkenntnis sei. Fakt ist, dass die Anwohner der Upper East Side sich mit dem Museum einen erbitterten Streit um den Anbau geliefert hatten. Der Architekt empfand die Stimmung als feindselig.

Das neue Grundstück verspricht mehr Freiheit für Piano. Zudem ist die Lage in der Nähe von Chelseas Galerien günstig.

Das Whitney Museum in New York braucht dringend mehr Platz