Ausgabe: 07 / 2006
Seite: 108

Auktionshaus im Porträt

Von

Kunsthaus Lempertz

Gegründet: 1845

Hauptsitz: Köln, Neumarkt 3

Spezialgebiet: Alte Kunst, Klassische Moderne, zeitgenössische Kunst, afrikanische und asiatische Kunst, Fotografie

Spitzenlos: Das "Kalvarienberg-Triptychon" des Meisters der Georgslegende (15.Jahrhundert), 1999 verkauft für umgerechnet drei Millionen Euro

Nächste Auktionen: 22./23. September: Bücher, Grafik; 30.September: zeitgenössische Fotografie in der Berliner Filiale

Internet: www.lempertz.com

Das älteste Auktionshaus der Welt in Familienbesitz ist Lempertz. 1845 begann Mathias Lempertz in Bonn Bücher zu versteigern, 1875 kaufte Peter Hanstein die Firma und verlegte das Auktionsgeschäft zunehmend nach Köln. Seit 1918 sitzt das Unternehmen an der heutigen Adresse. Seit dieser Zeit bietet Lempertz als erster Versteigerer in Europa ostasiatische Kunst an. Die Vorreiterrolle wurde fortgesetzt: Seit 1989 versteigert Lempertz zeitgenössiche Kunst und Fotografie in eigenen Auktionen. Lempertz ist das einzige deutsche Haus mit einer selbständigen Niederlassung im Ausland: In Brüssel werden seit 1992 afrikanische und ozeanische Kunst versteigert, ebenfalls als einziges deutsches Haus ist Lempertz seit 2000 Mitglied der Gruppe "International Auctioneers" (IA), in der sich acht führende, unabhängige Auktionshäuser zusammengeschlossen haben. Jährlich führt Lempertz rund 14 Auktionen durch, zu denen gründlich recherchierte, fundierte Kataloge erscheinen. Die diesjährigen Frühjahrsauktionen für Alte Kunst und Kunstgewerbe brachten allein über 8,5 Millionen Euro ein. Seit 1991 unterhält das Kölner Traditionshaus zudem eine Filiale in Berlin. Lempertz-Chef Henrik Hanstein vergleicht sein Haus denn auch gern mit einer "kleinen, feinen Privatbank: individuell, flexibel und bestens vernetzt". JOACHIM HAUSCHILD

Bild(er):

Bild: Lempertz-Stammhaus in der Kölner Innenstadt, nicht weit vom Dom

Bild: Lempertz-Chef Hanstein mit Triptychon von Jan van Dornicke (16. Jh.)