Ausgabe: 07 / 2006
Seite: 108
Kunstkauf im Stil der Billigflieger
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Kopenhagen: Auktionshaus "Copenart" lockt Kunden mit niedrigen Verkaufsprovisionen und minimalem Service
Wiir wollen das gesamte Konzept der Auktionen ändern", sagt Thomas Thulstrup. Der dänische Auktionator legt die Latte für sein neues Auktionshaus "Copenart" in Kopenhagen hoch. Wie die Billigflieger den traditionellen Fluggesellschaften mit günstigen Preisen das Leben schwer machen, möchte er mit niedriger Verkaufsprovision etablierte Unternehmen wie Bruun Rasmussen, eines von Dänemarks ältesten Auktionshäusern, herausfordern. Statt wie diese 16 Prozent verlangt Thulstrup nur fünf Prozent Verkaufsprovision.
Doch zumindest bei der ersten Auktion am 18. Mai in Kopenhagen hat das Konzept noch nicht ganz funktioniert: Nicht einmal die Hälfte der gut 170 Stücke wurde verkauft. Thulstrup erzielte nur gut sieben Millionen dänische Kronen (mehr als 900000 Euro). Angeboten wurde eine Mischung aus Kunst und Antiquitäten sowie Designstücke. Die Taxen lagen zwischen umgerechnet 700 und 300000 Euro. Teuerstes verkauftes Stück war ein Gemälde von Asger Jorn (ohne Titel, 1947) mit einem Preis von 190000 Euro. "Moderne Kunst verkaufte sich am besten", sagt Thulstrup. "Wir werden unser Konzept in Zukunft entsprechend anpassen."
Er meint, die niedrige Provision durch geringe Kosten bieten zu können. Anders als der Konkurrent Bruun Rasmussen hat "Copenart" keine riesigen Schauräume, sondern begnügt sich mit einem 280 Quadratmeter großen Büro. Die Auktionen werden an wechselnden Plätzen abgehalten, die erste im Statens Museum for Kunst in Kopenhagen. Zusätzlich gibt es alle zwei Wochen Online-Versteigerungen. Noch sieht die Konkurrenz Thulstrups Vorstoß gelassen: "Wir sind ein sehr etabliertes Haus mit mehr als 50 Experten und vielen ausländischen Klienten. Wir berechnen die Kosten, die notwendig sind, um einen guten Preis zu erzielen und werden nicht runtergehen", sagt Sebastian Hauge Lercher vom Auktionshaus Bruun Rasmussen. CLEMENS BOMSDORF
Bild(er):
Bild: Asger Jorns Bild ohne Titel (1947) brachte 190000 Euro
