Ausgabe: 07 / 2006
Seite: 103
Kommerzieller Einheitslook
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Denkmalschutz: Umbau in Saarbrücken umstritten
Bei 15 Personen war Schicht. Mehr durften die kunsthistorisch bedeutende gusseiserne Treppe in der alten Bergwerksdirektion Saarbrücken bei einer Inspektionstour nicht betreten - Einsturzgefahr. Dabei soll das denkmalgeschützte Bauwerk in Zukunft dem Andrang konsumwilliger Massen standhalten. Der Prachtbau saarländischer Industriearchitektur, 1877 bis 1880 von Martin Philipp Gropius und Heino Schmieden im Stil der späten Schinkelschule erbaut, ist an einen Immobilienfonds der Credit-Suisse-Gruppe verkauft worden, der das Verwaltungsgebäude zum Einkaufszentrum umbauen und mit der darniederliegenden Saar-Galerie verbinden will, damit diese wieder in Schwung kommt. Doch nachdem die Hamburger ECE Projektmanagement GmbH mit diesen Plänen an die Öffentlichkeit gegangen ist, nehmen die Proteste kein Ende. Denn nicht nur die alte Treppe ist für eine Kaufhausnutzung ungeeignet, auch die Decken haben nicht die erforderliche Tragfähigkeit. Die Mosaikböden müssten entfernt, der Eingang abgesenkt und der Hof überdacht werden. Von einer "Zerstörung des Baus" ist in einer Resolution des Bunds Deutscher Architekten Saarland und des Deutschen Werkbundes Saarland die Rede.
Doch für Einwände ist es zu spät: Nicht nur die Oberbürgermeisterin Charlotte Britz steht hinter dem Projekt, auch die Untere Denkmalschutzbehörde soll 2004 ihr grundsätzliches Einverständnis zum Umbau gegeben haben, obwohl das Gebäude vorher denkmalgerecht saniert worden war. Auch wenn die Pläne noch einmal geprüft werden, wird es Eingriffe in die Substanz geben. "Auf der Basis erfolgte der Kauf", sagt der ECE-Geschäftsführer Gerhard Wilhelmus. ADRIENNE BRAUN
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Bild: Soll zum Einkaufszentrum umgebaut werden: die alte Bergwerksdirektion Saarbrücken
Bild: Die gusseiserne Treppe trägt nur 15 Personen, soll aber Blickfang im künftigen Einkaufszentrum sein (Animation)
