Ausgabe: 07 / 2006
Seite: 6

Perverse Gründlichkeit

Von

"Zeugen eines Scherbengerichts" - Ira Mazzoni über das NS-Archiv zur Wand- und Deckenmalerei (6/2006)

Vielen Dank für Ihren spannenden Artikel über das Nazi-Bildarchiv. Bisher war mir diese groß angelegte Dokumen-tation, die die Nazis 1943 in Auftrag gaben, nicht bekannt. Es ist immer wieder frappierend zu sehen, mit welch einer perversen Gründlichkeit die NS-Schreibtischtäter die Auslöschung der Kultur in allen Lebensbereichen realisierten, aber auch dokumentierten und katalogisierten. Und mindestens ebenso frappierend ist es, daran erinnert zu werden, wie Barbarei und Schöngeistigkeit offenbar dabei problemlos Hand in Hand gingen - Kunst und ihre totale Zerstörung.

Und die Fotografen, die diese gigantomanische Aufgabe ausführten? Eine von ihnen, Rosemarie Nohr, erinnert sich "lebhaft" an das "sauschlechte" Filmmaterial, dass sie froh war, mal aus dem "Akademiekeller" rauszukommen. Aber was dachte sie sonst zu ihrem Auftrag? Das hätte mich schon interessiert!

Susanne Göttsch, per E-Mail