Ausgabe: 07 / 2006
Seite: 114
Nachgefragt
Von
Joe Amrhein, 52, erfolgreicher New Yorker Künstler und Galerist, hat vor kurzem in Leipzig eine Zweigstelle eröffnet.
art: War der Hauptgrund für Ihr Erscheinen in Leipzig der günstige Mietpreis?
Amrhein: Der Hauptgrund war das nicht. Aber ich bin jetzt seit zwölf Jahren in Brooklyn und denke schon lange über eine Expansion nach. Los Angeles und London sind finanziell einfach nicht machbar. In Leipzig fand ich endlich, wonach ich suchte: großzügige Menschen und ein einladendes Klima.
Was versprechen Sie sich von dem Standort?
Es war keine Strategie, sondern eher eine spontane Idee, dorthin zu gehen. Mein Herzschlag beschleunigt sich in dieser Atmosphäre - auf dem Gelände der Baumwollspinnerei erinnert mich vieles an Brooklyn-Williamsburg in den neunziger Jahren, als ich angefangen habe.
Gehen Sie davon aus, dass wegen des Hypes um die Leipziger Malerei speziell US-Sammler Sie dort aufsuchen werden?
Ja, ich mache mir überhaupt keine Sorgen, Sammler hierher zu bekommen. Es lohnt sich für jeden, an diesen unglaublichen Ort zu reisen.
Sie haben letzten Herbst selbst in der Galerie Dogenhaus ausgestellt, die nun Ihr Nachbar ist. Sehen Sie Konflikte in dieser Doppelrolle als Künstler und Galerist?
Der einzige Konflikt, den ich dabei habe, ist der Zeitfaktor.
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