Ausgabe: 07 / 2006
Seite: 111

Schlechtes Wetter für die Kunst

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Kunstaktion: Donau-Projekt wird Opfer des Hochwassers

Francesca von Habsburgs "Reise gegen den Strom" startete unter keinem guten Stern: Anfang Mai konnte das zum schwimmenden Ausstellungsraum auf der Donau umfunktionierte ehemalige Frachtschiff "Negrelli" Konstanza am Schwarzen Meer wegen der Flutkatastrophe in Rumänien nicht erreichen. Also verschob man den Auftakt kurzerhand auf die zweite Station - und startete zusätzlich noch eine Sammlung für die Flutopfer. Aber auch zwei Wochen später, im bulgarischen Grenzort Russe, war keine Spur von dem Schiff mit seiner künstlerischen Ladung zu sehen. Das Projekt der Mäzenin Habsburg, das sie mit ihrer Privatstiftung "Thyssen-Bornemisza Art Contemporary"-Foundation, anderen privaten Sponsoren sowie einer 300000-Euro-Subvention des Bundeskanzleramts organisiert hatte, sollte eigentlich mit der Videoinstallation "Küba" vom türkischen Künstler Kutlug Ataman an Bord zwei Monate flussaufwärts Richtung Wien fahren.

"Küba", benannt nach dem gleichnamigen Istanbuler Barackenquartier, ist ein raumfüllendes Arrangement aus verschiedenen Sitzgelegenheiten und 40 alten Fernsehern. Auf den Bildschirmen sind 40 Video-Interviews zu sehen, in denen Bewohner dieses Armen-Viertels von ihrem täglichen Leben erzählen. An Stationen in sieben Ländern entlang der Donau sollten zudem Arbeiten anderer, lokaler Künstler entstehen, die auf Kutlug Atamans Installation Bezug nehmen.

Doch erst in Novi Sad (Serbien) begann die "Reise gegen den Strom" wegen nachlassenden Hochwassers endlich dem Namen gerecht zu werden. Nach der Ankunft in Wien sollen alle entlang der Donau "eingesammelten" Arbeiten dann zusammen mit Atamans Werk ins ehemalige jüdische Theater gebracht werden, wo sie bis 9. September zu sehen sind. ALMUTH SPIEGLER

Bild(er):

Bild: Kutlug Atamans Videoinstallation "Küba" an Land im bulgarischen Russe

Bild: Wegen der Überflutungen wurde die "Reise gegen den Strom" verkürzt