Ausgabe: 07 / 2006
Seite: 110
Baustelle aus dem Barock
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Restaurierung: Kur für das Stift Klosterneuburg
Himmel und Erde" lautet das Motto des Ausstellungsbereichs im Stift Klosterneuburg - doch begegneten diese sich hier zuletzt ohne große Publikumswirkung: Lediglich 50 000 Besucher pro Jahr reisten zuletzt zu dem 1133 hoch über der Donau gegründeten Augustiner-Chorherrenkloster nahe Wien, um dort unter anderen eine der kostbarsten Mittelalter-Preziosen Österreichs, den "Verduner Altar" (1181), zu besichtigen. Das Stift entschloss sich zur Offensive und investierte mit Hilfe des Landes Niederösterreich und des Bundes 34 Millionen Euro in die Anlage: Der Innenraum der Kirche wurde saniert und die "Sala terrena" hergerichtet, ein großer Gartensaal im Erdgeschoss, der jahrelang als Weinlager missbraucht worden war. Dazu wurden eine Tiefgarage sowie ein Cafe gebaut. Der nur grob verputzte Prachtsaal bietet einen einzigartigen Anblick: eine original erhaltene barocke Baustelle. 1740, mit dem Tod Kaiser Karls VI., der das Stift zur Residenz ausbauen wollte, wurden die Arbeiten abgebrochen, denn seine Tochter Maria Theresia konzentrierte sich auf die Fertigstellung von Schloss Schönbrunn. ALMUTH SPIEGLER
Bild(er):
Bild: Futuristischer Tresen vor barocker Kulisse: "Sala terrena" im Stift
