Ausgabe: 07 / 2006
Seite: 102
Kunstgenuss beim Nervenarzt
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Sammler: Villa Domnick in Nürtingen wieder eröffnet
Zuletzt tropften die Wasserrohre, bröckelte der Beton, fraßen sich die Wildschweine durch den Park. Nun aber ist die Villa Domnick in Nürtingen für 600000 Euro saniert und wieder eröffnet worden.
Greta (1909 bis 1991) und Ottomar Domnick (1907 bis 1989), beide Nervenärzte, ließen sich von dem Stuttgarter Architekten Paul Stohrer 1967 ein Haus bauen, das nicht nur konsequent der Präsentation neuer Kunst diente, sondern auch einen ungewöhnlichen Typus darstellte: Es war Museum und Wohnhaus zugleich, die Ausstellungsräume gingen direkt in die Wohnräume über. Die Domnicks waren engagierte Sammler und Vermittler zeitgenössischer Kunst. Als sich der Abstrakte Expressionismus und das Informel durchgesetzt hatten, suchte sich das Paar neue Gebiete, kaufte monochrome, serielle Arbeiten und Op Art. "Weitergehen, nicht stehen bleiben", lautete Ottomar Domnicks Motto.
Werner Esser, Kurator der Stiftung Domnick, hat die Sammlung, darunter Werke von Willi Baumeister, und Hans Hartung, in dem funktionalen Betonbau neu arrangiert. Zudem finden in der Villa wieder Konzerte und Filmvorführungen statt - schließlich hat der Hausherr früher selbst Experimentalfilme gedreht. ADRIENNE BRAUN
Internet: www.domnick.de
Bild(er):
Bild: Museum und Wohnhaus in einem: Blick in die Villa Domnick in Nürtingen
Bild: Greta und Ottomar Domnick (1968)
