Ausgabe: 12 / 2006
Seite: 130
Ein Meer wie Schnee
Von Clemens Bomsdorf
ZEITGENÖSSISHE KUNST
Olafur Eliasson: Die aktuelle Werkphase des Dänen. Man kennt ihn als Künstler des Lichts. Doch Olafur Eliasson ist einer der vielseitigsten Gegenwartskünstler. Seine Bandbreite bezeugt der Begleitband zu Ausstellungen in Malmö, Rotterdam und Tokio. Architektur, Raum, Zeit und Kunst sind seine Themen. Dies komme von seinem fundamentalen Interesse am Menschen und den Bedingungen, die unsere Wahrnehmung prägen, schreibt Eliasson in einem vorangestellten Text. Danach folgen Fotografien eines isländischen Küstenabschnitts, im Hintergrund eine an Arnold Böcklins "Toteninsel" erinnernde Steinformation.
Die Farbkontraste zwischen den Elementen sind so hart, dass das schäumende Meer aussieht, als sei es Schnee, und das Ufer, als sei es aus Kohle. Diese zeitlosen Bilder reichen aus, um Eliassons Werk intuitiv zu erfahren: Die von der Natur vorgegebenen Faktoren können ebenso prägend wirken wie das Licht in seinen Sonneninstallationen, die das Buch ebenfalls dokumentiert. Gespräche und Essays helfen, die Arbeiten des Künstlers auch rational zu ergründen.
