Ausgabe: 12 / 2006
Seite: 80-81

Land unter

Von Adrienne Braun

Gefilmte Versuchsanordnungen der Berlinerin im Kunstmuseum Stuttgart STUTTGART: SUSANNE KUTTER

Meter um Meter steigt das Wasser. Die Möbel beginnen zu schwimmen, die Stühle treiben davon, die Schränke werden leicht. Susanne Kutter hat ein Wohnzimmer geflutet. Für ihre Videoarbeit "Flooded Home" (2003) stattete sie ein Schwimmbad komplett mit Couchgarnitur, Fernseher bis zur Stehlampe aus und ließ anschließend Wasser einlaufen.

Solche Versuchsanordnungen sind das Thema der 35-jährigen Berlinerin. In der Ausstellungsreihe "Frischzelle" bietet das Kunstmuseum Stuttgart jungen Künstlern ein Forum und hat nun Kutter eingeladen, die in Berlin Bildhauerei studiert hat und in ihren Installationen den Übergang von einem physikalischen Zustand in einen anderen erprobt. So wird sie im Kunstmuseum ihre Arbeit "Herrn Oleanders großer Auftritt" wiederholen und einen Kronleuchter aus mehreren Metern Höhe von der Decke auf den Boden fallen lassen. Das Ergebnis ist ein "verwundetes Objekt", wie die Künstlerin es nennt: Trotz Deformationen leuchten einige Glühbirnen weiter.

Die perfekte Illusion erschafft Susanne Kutter bei ihrer Arbeit "Swaying Palm Trees line the Sandy White Beaches, as they meet the Atlantic Ocean" aus dem Jahr 2002. Darin platziert sie verschiedene Gegenstände - ein Aquarium, Farbfolien und die Dekoration von Eisbechern - so vor einem Diaprojektor, dass ein kitschiges Bild projiziert wird: ein stürmischer Sonnenuntergang am Strand mit sich wiegenden Palmen und tosendem Meer.

Termin: 2. Dezember bis 14. Januar 2007. Katalog: 5 Euro. Internet: www.kunstmuseum-stuttgart.de