Ausgabe: 12 / 2006
Seite: 72-73

Triumphale Rückkehr

Von Joachim Hauschild

Die Pinakothek der Moderne zeigt den Lichtkünstler in einer großen Werkschau MÜNCHEN: DAN FLAVIN

Am 25. Mai 1963 brachte Dan Flavin eine handelsübliche Leuchtstoffröhre im Winkel von 45 Grad an der Wand seines Ateliers in New York an. Er nannte die Installation als ironische Anspielung auf James Joyce' "Ulysses"- Hauptfigur Stephen Daedalus "The Diagonal of Personal Ecstasy". Es war die Geburtsstunde der Minimal Art, zu deren bedeutendsten Vertretern der Amerikaner (1933 bis 1996) zählt.

Zehn Jahre nach seinem Tod widmet die Pinakothek der Moderne ihre bisher größte Ausstellung dem Künstler, den mit München eine besondere Geschichte verbindet. Im Mai 1968 zeigte Galerist Heiner Friedrich eine eigens von Flavin geschaffene Installation, die heute in Frankfurt am Main ist und für die Retrospektive nach München zurückkehrt. Im selben Jahr lehnte es das Münchner Haus der Kunst ab, die Sammlung des Kölner Industriellen Karl Ströher zu zeigen: Mit den Neonröhren von Flavin oder den Brillo-Kartons Andy Warhols konnten die bayerischen Kunst-Autoritäten sich nicht befreunden. Elf Jahre später erst kauften die Staatsgemäldesammlungen die erste Arbeit von Dan Flavin an.

Die bislang größte Flavin-Ausstellung in Europa basiert auf einer Zusammenarbeit mit der New Yorker Dia Art Foundation. Zuletzt war die Schau in London und Paris zu sehen. Für München wird sie erheblich erweitert. Gezeigt werden etwa 70 Exponate, von denen allein 25 so genannte "Monuments for Vladimir Tatlin" sind. Hinzu kommen mehrere "Icons" aus den Jahren 1961 bis 1963, die Flavins Durchbruch markierten:

Farbflächen auf Masonit-Platten, die durch bestimmte Beleuchtungselemente akzentuiert werden.

Termin: 22. November bis 4. März 2007. Gefördert von Philip Morris. Katalog: 29,90 Euro (in Englisch).

Internet: http://www.pinakothek.de/pinakothekder- moderne/