Ausgabe: 12 / 2006
Seite: 6
Augen geöffnet
Von Jens Wenner
"Im Tumult der Episoden" - Werner Hofmann über Neo Rauchs Bild "Der Rückzug" (11/2006)
Ich gebe es ja zu: Mit diesen neuen Malerfürsten vorzugsweise aus Leipzig konnte ich bisher nicht allzu viel anfangen. Und bei einigen wird dies wohl auch so bleiben. Aber die in weiten Teilen großartige Interpretation des Bildes "Der Rückzug" von Neo Rauch durch den Kunsthistoriker Werner Hofmann hat mir denn doch die . Zwar erschien mir zunächst der Vergleich mit den Rätselbildern der Renaissance etwas sehr weit hergeholt. Beim tieferen Eintauchen in die Bilderwelt des Neo Rauch wurde mir indes klar: Der Interpretator hat Recht. Schön, dass dann auch noch diese üppige Bildstrecke folgt, in denen man sich in eigenen Versuchen einer Deutung üben kann.
A. Schumacher, Düsseldorf
Vor Neo Rauch kann man sich ja kaum mehr retten, wenn man regelmäßig Zeitungen und Magazine liest. Auch art ist wieder mal eingestimmt in den Chor der Fans und hat diesmal sogar einen Kunsthistoriker um Expertise gebeten. Ich würde nicht behaupten wollen, dass Rauch ein schlechter Maler ist, dennoch kommt mir der ganze Wirbel einigermaßen übertrieben vor. Surrealismus, neu aufgekocht und sicherlich ganz schön gemalt - mir ist nicht klar, warum dieser im Ganzen doch eher unoriginelle Ansatz Sie und Ihre Kollegen derart besinnungslos macht.
Meines Erachtens wäre es an der Zeit, sich mal wieder den Künstlern zuzuwenden, die abstrakt und konzeptionell malen.
Hier gibt es eine ganze Menge von interessanten Leuten, die in Zeiten der "figurativen" Hysterie kaum beachtet werden.
, Bielefeld
Titelthema der November- Ausgabe von art war der Leipziger Maler Neo Rauch
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