Ausgabe: 12 / 2006
Seite: 137

Dresdner Wunderkinder

Von Susanne Altmann

20. JAHRHUNDERT

Eine Freundschaft. Herbst 1913 in der Kunstakademie Dresden: Der 24-jährige Kunststudent Peter August Böckstiegel (1889 bis 1951) trifft seinen 16-jährigen Kommilitonen Conrad Felixmüller (1897 bis 1977). Aus der Begegnung des westfälischen Bauernsohnes mit dem Dresdner Wunderkind erwächst eine lebenslange Freundschaft. Böckstiegel heiratet 1919 sogar Felixmüllers Schwester Hanna. Die frühen Dresdner Jahre sind für beide Maler von der Lust am expressiven Experiment und von gegenseitigen Inspirationen geprägt. Der Katalog zu einer Ausstellung in der Städtischen Galerie Dresden (bis 7. Januar 2007) zeichnet das Klima dieser Partnerschaft nach. In der Kunst pflegte Felixmüller einen filigranen kubistischen Stil, bevorzugte Industriemotive.

Der urwüchsige Böckstiegel hingegen fand Anregungen in Vincent van Goghs ländlichen Farborgien.

Conrad Felixmüller: "Selbstbild (Kopf)" (1922)

Jutta Hülsewig-Johnen (Hrsg.): Conrad Felixmüller - Peter August Böckstiegel.

Arbeitswelten. Wienand Verlag.

192 S., 143 Abb., 24 Euro