Ausgabe: 12 / 2006
Seite: 147
Wahn in Glas und Stein
Von Gerhard Mack
ARCHITEKTUR UND DESIGN
Gebäude als Symbole der Macht. Architektur hat für uns zumeist mit Raumgröße, Materialien, Technik zu tun. Wenn es hochkommt, interessieren wir uns dafür, wo ein Gebäude in der Kunstgeschichte steht.
Dass derjenige, der baut, Macht ausdrückt, kommt uns eher selten in den Sinn. Diesen Aspekt rückt Deyan Sudjic ins Licht. Der Architekturkritiker beim "Observer", der 2002 die Architekturbiennale in Venedig geleitet hat, schildert aus reicher Anschauung von Albert Speers Monumentalarchitektur für Hitler über Saddam Husseins Moschee "Mutter aller Schlachten" bis zu den Wolkenkratzern, welche Bildwirkung Bauherren und Architekten anstreben.
Dabei scheut er, bisweilen in grenzgängerischer Psychologisierung, nicht davor zurück, von einem Wahn zur Egomanie zu sprechen. Wer soweit nicht mitgehen will, wird gleichwohl die offene Haltung schätzen, die locker desavouiert, wie ein Rem Koolhaas gegen die USA wettert und alles tut, um in China Großaufträge zu bekommen.
"Jede Art von Politik benutzt Architektur", lautet Sudjics Fazit.
Rem Koolhaas: China Central Television, Peking
Deyan Sudjic: Der Architekturkomplex.
Monumente der Macht. Artemis & Winkler Verlag. 370 S., 19 Abb., 29,90 Euro
Rem Koolhaas: China Central Television, Peking
Deyan Sudjic: Der Architekturkomplex.
Monumente der Macht. Artemis & Winkler Verlag. 370 S., 19 Abb., 29,90 Euro
Rem Koolhaas: China Central Television, Peking
Deyan Sudjic: Der Architekturkomplex.
Monumente der Macht. Artemis & Winkler Verlag. 370 S., 19 Abb., 29,90 Euro
Architektur / 'Peking' / 'China Central Television (Rem Koolhaas)'
