Ausgabe: 04 / 2005
Seite: 68-77

Zukunft ist ein Projekt von gestern

Von Ralf Schlter

Wir leben in einer Welt, die sich ästhetisch im Design der Vergangenheit eingerichtet hat. Ein neuer Historismus der Alltagskultur steht in voller Blüte. Teil 6 der art-Serie über die Gegenwartskunst / bis heute 25 JAHRE GEGENWART - art SERIE

VON RALF SCHLÜTER

Wenn es dämmert und das Wochenende ausklingt, wenn die Spaziergänge gemacht sind und der Latte Macchiato ausgetrunken ist - dann führen alle Wege zum "Tatort". Sonntags ab sieben Uhr abends füllt sich das Hip-Lokal "Grüner Jäger" im Hamburger Schanzenviertel. Drinnen sieht es aus, als habe man ein original Siebziger-Jahre-Wohnzimmer nach 30 Jahren wieder in Betrieb genommen: In stilvoll verschmuddelten Ecken stehen Cordsofas, braune Ledersessel und Beistelltische aus schwarzem Plastik. Um Punkt Viertel nach acht verstummen die Gäste, die bekannte Melodie des "Tatort"-Vorspanns ertönt, und auf der Leinwand erscheint der Läufer auf regennasser Straße.

Er läuft schon seit Jahrzehnten so, wie das ganze Ritual. An ihren wöchentlichen Krimiabenden feiert die digitale Boheme der Webdesigner, Softwareentwickler und Plattenladeninhaber ihre symbolische Versöhnung mit der eigenen Herkunft. Es ist alles wie damals zu Hause: die Mordfälle, die Biergläser, die Salzstangen, die Sofas, die Beistelltische. Die Lebenswelt der siebziger Jahre ist zur ästhetischen Heimat der Generation geworden, die ihre Musik im "iPod" mit sich herumträgt. Welche Ironie.

Denn eigentlich schien das alles nicht ernst gemeint zu sein. Als die Retrowelle in den frühen neunziger Jahren begann, war sie ein Gag. Die secondhand gekauften und ironisch zur Schau gestellten Adidas-Trainingsjacken und orangefarben gemusterten Tapeten würden bald wieder verschwinden. Sie waren ein Zitat, eine Reminiszenz - und vielleicht auch ein Stück Wiedergutmachung an den Siebzigern, einem Jahrzehnt, das man zu Unrecht pauschal "geschmacklos" genannt hatte.

Heute ist die Welle nicht verebbt - im Gegenteil. Eine reiche Retrokultur hat sich entwickelt, die den Alltag umfassend durchdringt. Wir fühlen uns wohl in den Kulissen des guten alten 20. Jahrhunderts. Während die utopischen Energien des modernen Designs verbraucht sind, halten sich dessen Erzeugnisse umso hartnäckiger. Wir nutzen das Internet, interessieren uns für Stammzellenforschung, schauen Filme zu Hause auf dem Laptop. Doch die Rückversicherung bei der Tradition scheint wichtiger geworden als jemals zuvor.

Manchen kann es gar nicht alt genug sein. Der Manager parkt seinen Audi TT vor dem Kaufhaus "Manufactum", wo es Ur-Omas Waschbretter, Schuhbürsten und Küchenmesser gibt - alles neu aufgelegt. Zu den Verkaufsschlagern von "Manufactum" zählen die Erzeugnisse aus Klöstern, etwa das Plaid "Mohair", das in einem französischen Karmelitinnenkloster von Schwester Anne Therese auf Bestellung handgewebt wird - zwischen den Gottesdiensten! Ein wohliger Hauch von Mittelalter weht durch die ansonsten mit allen High-Tech-Schikanen ausgestattete Managerwohnung.

Einen Sinn für die prekäre Balance zwischen Tradition und Fortschritt beweist auch diese Leseranfrage im Lifestylemagazin "Architectural Digest": "Ich habe auf dem Pariser Flohmarkt einen Thirties-Schminktisch entdeckt, bei dem die Schubladengriffe aus Elfenbein fehlen. Gibt es ein tierschützerisch unbedenkliches Material, womit ich sie stilgerecht ersetzen kann?" Zum Glück weiß die Redaktion Rat: Die Tagua-Nuss aus dem Regenwald von Südamerika sei das ideale Elfenbeinimitat, außerdem erlebe die im 19. Jahrhundert so beliebte Frucht gerade "ihr Comeback".

Die Tagua-Nuss - wieder aktuell! Und nicht nur sie: Im neuen Jahrhundert umspülen uns lauter kleine Comeback-Wellen mit angenehm lauwarmer Temperatur. Vom Flokatiteppich über das Korsett und den Nierentisch bis zum Bundeswehr-Parka ist alles schon zurückgekommen, kommt noch zurück oder wird zurückkommen. Beinahe schon ist der Zustand einer ewigen Vergangenheit erreicht, die zur ewigen Gegenwart wird. Ein neuer Historismus der Alltagskultur steht in voller Blüte.

Wer glaubt noch an die Zukunft? Sie ist ein Phänomen von gestern. Man beschwor sie in den silbrig glitzernden sechziger Jahren, als der Flug zum Mond vorbereitet wurde und Stanley Kubrick für seinen Epochenfilm "2001 - Odyssee im Weltraum" eine traumhaft elegante, überirdische Designwelt entwarf. Auch der Farbenextremist und Psychedelikdesigner Verner Panton (art 2/2000) glaubte wohl, dass aus seinen Plastikhöhlen kein Weg mehr zurückführen würde in die schnöde Alltagswelt.

Natürlich kam es anders. Ab Ende der siebziger Jahre machte sich schleichend ein Gefühl der Ermattung breit. Die Entwicklung war paradox: Auf der einen Seite sah die Gegenwart der Zukunft, wie Kubrick sie gezeichnet hatte, immer ähnlicher. 1979 brachte Sony den "Walkman" heraus, 1981 stellte IBM den ersten Personal Computer vor, 1982 erschien das Videospiel "Pacman". Zugleich aber schien den Designern jene Energie abhanden gekommen zu sein, die sie jahrzehntelang angetrieben hatte. Seit dem Bauhaus waren Gestalter von den Gedanken beseelt, nicht nur das ein oder andere neue Produkt, sondern eine bessere, modernere, lebenswertere Welt zu schaffen - die Welt von morgen. Dies schien sich nun, am Beginn des digitalen Zeitalters, schleichend zu ändern.

Erster Ausdruck der neuen Utopielosigkeit war der große Auftritt der italienischen Designergruppe "Memphis". Sie gründete sich 1980 in der Mailänder Wohnung von Ettore Sottsass, zu ihrem Namen inspirierte sie ein alter Bob-Dylan-Song. Die Möbel, die "Memphis" seit 1981 einer verblüfften Öffentlichkeit vorstellte, waren der fröhlichste Totentanz der gesamten Designgeschichte. Vielleicht sollte man gar nicht von Möbeln sprechen - Aspekte wie Funktionalität oder gar Komfort waren den Urhebern offensichtlich vollkommen egal. Diese Objekte waren keine Gebrauchsgegenstände, sondern Manifeste. Es schien, als hielten sie über die Köpfe der Zeitgenossen hinweg direkte Zwiesprache mit früheren Epochen; hier gab es ein Dekor als Gruß an die Zeit des Art Deco, dort erinnerte goldener Samt an die Ära des Rokoko.

Der Fortschritt, den "Memphis" propagierte, speiste sich aus der Vergangenheit. Mit großer Geste wurden die gültigen Dogmen des modernen Designs außer Kraft gesetzt. Das Ornament, seit Adolf Loos mit "Verbrechen" in einem Atemzug genannt, kehrte zurück. Statt der am Bauhaus propagierten "ehrlichen" Materialien wurde Laminat verwendet, statt der Funktion zählte die skulpturale Schönheit, statt industriell reproduzierbarer Entwürfe setzte man auf Einzelanfertigungen. Heimlicher Gegner war der Funktionalismus. Der "leisen Ordnung der Dinge", von der "Braun"-Designer Dieter Rams (art 5/2002) gesprochen hatte, setzten die Italiener ein lautes, unordentliches, erzählerisches Design entgegen.

Einige Entwürfe dieser Zeit sind zu Klassikern geworden, darunter der berühmte Wasserkessel mit der Vogelpfeife von Michael Graves und Ettore Sottsass' "Carlton"-Regal, das als Totempfahl der achtziger Jahre in jedem Designmuseum steht. Doch es bleibt auch die Erkenntnis, dass die Sache mit dem erzählerischen Design einen Haken hat: Man muss eine Geschichte haben, die lohnt, erzählt zu werden. Auf "Memphis" und die Firma "Alessi" folgten Heerscharen von Epigonen, die nur noch den Alltag dekorierten. Auf Aschenbechern prangten plötzlich Grinsegesichter, jeder Plastikkugelschreiber strotzte vor Farben und Mustern. Das banale Kitschdesign der fünfziger Jahre kehrte in modernisierter Form zurück; bis heute hat es sich im Mainstream gehalten. Dass hinter dem neuen Design nicht gerade ein neuer Weltentwurf stand, fiel zunächst nicht weiter auf. Gestalter aller Sparten nutzten die neue Popularität ihres Gewerbes, um sich nach anonymen Dienstleister-Jahrzehnten ein bisschen feiern zu lassen. Schon die "Memphis"-Mitglieder hatten sich dazu bekannt, "eine gute Show" abliefern zu wollen, und ihre Gruppenfotos erinnern an die Auftritte von Rockbands. Damit war die Bühne bereitet für einen echten Star - und tatsächlich kam der größte Selbstdarsteller, den die Branche je gesehen hatte.

Der Franzose Philippe Starck, der seit Mitte der achtziger Jahre immer berühmter wurde und heute als globale Marke gilt, definierte Image und Funktion des Designs im Alleingang neu. Seine in extrem kurzer Frequenz auf den Markt geworfenen Produkte waren zweifellos originell, raffiniert und elegant, aber das ganze Design blieb doch vollkommen frei von jedem Inhalt. Die Debatten und Richtungskämpfe der Vergangenheit kehrten bei ihm zurück als bunter, in endlosen Monologen zerdehnter Schlagwort-Mix. Im Grunde hatte Philippe Starck keine Botschaft außer der einen: Philippe Starck. Der Designer posierte für Magazine und Fernsehkameras, für das Zeitgeistmagazin "Max" gestaltete er 1995 sogar ein Spezial. Keiner hat die Popularität seiner Zunft so befördert wie er, und keiner hat dabei so konsequent ihre Aushöhlung betrieben. Am Ende geht es nur noch darum, einen Gegenstand zu besitzen, der das Etikett "Philippe Starck" trägt.

Überdruss musste unvermeidlich folgen. Kein Wunder also, dass nach den exzessiven achtziger Jahren ein Bedürfnis nach Reduktion und Rückbesinnung aufkam. Die Welt von morgen war zu diesem Zeitpunkt schon in den toten Winkel der allgemeinen Wahrnehmung geraten; eher begann das Publikum, sich wieder für die grundlegenden, einfachen Dinge zu interessieren, die "Basics", wie sie neuerdings hießen.

Doch der neue Minimalismus, der ab Ende der achtziger Jahre auf den Möbelmessen in Mailand und Köln propagiert wurde, konnte die Entwicklung nicht mehr zurückdrehen. Er fand bereits innerhalb des neu etablierten Starsystems statt, das den Designern mindestens so viel Bedeutung beimaß wie dem Design. Mit großem Werbeaufwand wurde eine "neue Bescheidenheit" verkündet, Sperrholz war das Material der Stunde. Man habe die Dekorgewitter satt, hieß es, der Prunk von Memphis, Starck und Nachfolgern sei als dekadent erkannt.

Die passenden Objekte zur Zeit lieferte vor allem der wortkarge, auf seinen zahlreichen PR-Fotos immer etwas übellaunig dreinschauende Brite Jasper Morrison. Er zimmerte zum Beispiel filigrane Stühle, die statt einer Rückenlehne nur noch den Rahmen einer Rückenlehne hatten. Natürlich war es eine Qual, darauf zu sitzen, und wer es trotzdem versuchte, wollte wohl Buße tun nach dem Ende der fetten Design-Jahre. Etwas Protestantisches haftete diesen Möbeln an, sie schienen von formaler Schwindsucht befallen zu sein und kosteten doch kaum weniger als die Prestigeobjekte der Achtziger.

Es gab fröhlichere, weniger verkrampfte Varianten der neuen Einfachheit. Das holländische Designkollektiv "Droog" machte aus lauter nackten Glühbirnen einen Kronleuchter und ging auch sonst mit dem Charme einer erfindungsreichen Studenten-WG zu Werke. Ihre Entwürfe aus Gummibändern und Milchflaschen hatten etwas Subversives, und junge Menschen, die Karohemden trugen und Nirvana-Platten hörten, fühlten sich Anfang der Neunziger durchaus davon angesprochen. Auch die deutsche Firma "Authentics" eroberte mit ihren halbdurchsichtigen Plastikpapierkörben schnell die Altbauwohnungen der Städter, denen der Billig-Look gefiel. All das blieb Stückwerk. Wer jetzt, um das Jahr 1993, einen Streifzug durch das Design machte, der fand einen Gemischtwarenladen. Einziger heimlicher Konsens war der Ikea-Katalog, der Rest: Geschmackssache. Während die siebziger Jahre bis zur letzten fetten Gürtelschnalle durchgestylt waren und ein klar erkennbares Gesicht hatten, schienen die Neunziger ein unentschiedenes Jahrzehnt zu werden. Die politischen Utopien hatten sich spätestens mit dem Fall der Berliner Mauer erledigt, und in (West-) Deutschland machte sich auch bei ehemals Linken das Gefühl breit, die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte gegen die Zumutungen von Wiedervereinigung und Globalisierung verteidigen zu müssen. Schon bald wurde liebevoll von der "alten Bundesrepublik" gesprochen. Die Zeit war reif für die Rückkehr von Mutters Wohnzimmertisch.

Neues Mekka für Designinteressierte wurde der Flohmarkt. Ein klares Wertesystem etablierte sich: Als gut galten alle Gegenstände, die zwischen 1965 und 1980 gemacht worden waren, schlecht war alles aus den Achtzigern. In Studenten-WGs klebten plötzlich wieder "Pril"-Blumen an den Kühlschränken, im CD-Spieler lag die Scheibe des schwäbischen Neo-Schlagersängers Dieter Thomas Kuhn: "Tränen lügen nicht". Na klar, das war ironisch. War es das?

Parallel zur studentischen Wiederentdeckung alter Werte kam auch im Hochdesign Nostalgie auf. Seit Mitte der neunziger Jahre wurden vergessene Perlen der zurückliegenden Jahrzehnte wiederentdeckt. Die Möbel von Charles Eames, Arne Jacobsen, Florence Knoll und Isamo Noguchi wurden neu aufgelegt, Originalstücke aus den fünfziger und sechziger Jahren erzielten auf Sammlermärkten und bald auch auf Auktionen von Jahr zu Jahr höhere Preise. Der "Designklassiker", von dem sich die "Memphis"-Designer noch ironisch distanziert hatten, spielte eine immer größere Rolle.

Irgendwann begriffen auch bis dahin stur auf Innovation geeichte Unternehmen, dass der Retro-Trend das Beste war, was ihnen passieren konnte. 1998 brachte der VW-Konzern, dessen letzte Großtat der Golf gewesen war, ein neues Auto heraus - ganz aus dem Geist der Nostalgie geboren: Der New Beetle ähnelte dem alten Käfer, der nur noch in Mexiko produziert wurde, genug, um sentimentale Gefühle zu wecken. Firmen wie Adidas und Puma zogen nach, legten alte Modelle in Klassiker-Editionen neu auf und passten auch das neue Design dem Rückwärtstrend an.

Retro war das Zauberwort der Jahrhundertwende - und mitten in der nostalgischen Staffage wurden alte Zukunftsträume in ungeheurer Geschwindigkeit wahr. Ab 1997 wurde das Internet zum Massenmedium, kurz darauf breitete sich das Handy fast epidemisch aus. Plötzlich war es möglich, von Malaysia innerhalb von wenigen Sekunden eine schriftliche Kurzbotschaft nach Tübingen zu schicken, später kamen Fotos hinzu. Noch erstaunlicher als die SMS ist vielleicht das "Global Positioning System" (GPS). Endlich kann das Individuum via Satellit seinen Standort in der Welt bestimmen.

Es ist seltsam, wie abgeklärt und teilweise widerwillig wir all diese unglaublichen Erfindungen aufgenommen und wie umstandslos wir sie in den Alltag integriert haben. Vielleicht hatten die Utopien der sechziger und siebziger Jahre alle etwas zu gut auf die Zukunft vorbereitet. Sie hat schließlich kaum einen mehr überrascht, und Begeisterung herrschte immer nur für kurze Zeit.

Es gibt ihn noch, den Fortschritt, doch jede Euphorie scheint fehl am Platz. Vorläufig laufen alle Bestrebungen darauf hinaus, die Balance zu halten zwischen dem Vertrauten und dem Neuen. Der Ikea-Katalog und das Cordsofa stützen unsere Welt, genauso wie die von der EU subventionierten Kühe, die auf der Wiese grasen. Sie beruhigen die Nerven, obwohl alle genau wissen, dass die wahre Landwirtschaft in Fabriken stattfindet.

Dass diese Balance permanent gefährdet ist, spürt jeder - auch der "Tatort"-Gucker, der friedlich nach den Salzstangen greift: Wenn irgendwann alle Mörder per DNS-Test ermittelt werden, was wird dann aus den Kommissaren?

Als die Retrowelle in den frühen neunziger Jahren begann, war sie ein Gag. Heute ist Retro Alltag

Erzählerisches Design hat einen Haken: Die Geschichte muss gut sein

Mit großem Werbeaufwand wurde Bescheidenheit als neuester Trend verkündet

Heimlicher Konsens war Anfang der neunziger Jahre der Ikea-Katalog

Bild(er):

Bild: MP3 Player "iPod" von Jonathan Ive für Apple Computers, Entwurf 2001; abgebildetes Modell: 2004 Die Lebenswelt der siebziger Jahre ist zur ästhetischen Heimat der Generation geworden, die ihre Musik im "iPod" mit sich herumträgt (Foto: Christian Wähling)

Bild: Audi TT Coupe, Modell 2004 Zu viel High-Tech macht unglücklich: Während der moderne Erfolgsmensch mit dem Audi TT seinen gesellschaftlichen Status demonstriert, kuschelt er sich zu Hause in handgewebte Decken und sucht Halt an den "guten alten Dingen"

Bild: Kronleuchter "85 Lampen" von Rody Graumans für Droog Design, 1993 Die fröhliche Variante der neuen Einfachheit

Bild: Zitruspresse "Juicy Salif" von Philippe Starck für Alessi, 2000 Ein Stück mit Legende: Als Starck Zitrone über einen Teller mit Tintenfisch träufelte, kam ihm der Geistesblitz für die meistdiskutierte Zitruspresse der Welt

Bild: Regal "Carlton" von Ettore Sottsass für Memphis, 1981 "Memphis", damit verband Sottsass: "Blues, Tennessee, Rock 'n' Roll, amerikanische Vorstädte und dann Ägypten, die Hauptstadt der Pharaonen, die heilige Stadt des Gottes Ptah"

Bild: Mobiltelefon "Nokia 2110", 1996 Das zweite Modell, das die finnische Firma Nokia auf den Markt brachte, von Fans liebevoll "Brikett" genannt, wurde das weltweit meistverkaufte Mobiltelefon

Bild: Digitaluhr "A-163WA-1QGF" von Casio Der Allerweltsklassiker von 1992 wird heute wieder neu aufgelegt und gibt uns zurück, was wir seitdem so schmerzlich vermissen: den "urban style"

Bild: Mobiles Kassettenabspielgerät "Walkman" von Sony, 1979 Er war der Erste, der Beste und der Schönste. Erst mit dem "iPod" von Apple fand diese Ikone der popkulturellen Körperaufrüstung einen würdigen Nachfolger

Bild: Regal "BILLY" von Ikea, 1977 Das wohl demokratischste Stück Design seit Erfindung des BIC-Feuerzeugs (1973): Alle hassen es, alle haben es

Bild: Abfalleimer aus der Serie "CAN" von Hansjerg MaierAichen für Authentics, 1984 Zwischen abgeschliffenen Dielen und Stuckdecken war Platz für ein farbenfrohes und leichtes Stück Plastik: Authentics lieferte den gesellschaftlich akzeptierten Billiglook

Bild: "iMac" von Jonathan Ive für Apple Computers, Erstpräsentation 1998; abgebildetes Modell: 1999 Die Neuerfindung des Computers und das schickste Accessoire der OnlineGeneration vor Einführung des "iPod"