Ausgabe: 03 / 2005
Seite: 105

Voll spürbarer Nervosität

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Museen: Gerangel um Direktorenposten in Wien

Österrreichs Museumsszene ist in Aufruhr. Kein Wunder: Die Verträge der Direktoren zweier wichtiger Bundesmuseen in Wien laufen 2006 aus. Gerbert Frodl, Chef der Österreichischen Galerie Belvedere, wird wohl mit 66 Jahren in Pension gehen. Und der Leiter des Museums moderner Kunst (Mumok), Edelbert Köb, kämpft mehr verzweifelt als mit guten Chancen um eine Vertragsverlängerung. Kulturministerin Elisabeth Gehrer macht ihm wenig Hoffnung: Sie ließ Köb über die Medien ausrichten, dass sie "rechtzeitig" handeln werde. Köbs Nervosität ist spürbar, zumal bekannt wurde, dass die als Favoritin für seine Nachfolge gehandelte Agnes Husslein ihren Vertrag als Leiterin des Salzburger Museums der Moderne Ende 2005 auslaufen lässt. Sie wolle, sagte sie, ihren "Lebensmittelpunkt wieder nach Wien verlegen". Die ehemalige Sotheby's-Wien-Leiterin, Enkelin des Malers Herbert Boeckl (1894 bis 1966), gilt als Expertin für die österreichische Moderne.

Sie käme auch als Chefin für die Österreichische Galerie Belvedere in Frage, die für ihre Klimt- und Schiele-Bilder berühmt ist. Aufgrund dieser wertvollen Bestände aber möchte auch Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder dieses Haus gern übernehmen. Die "Fusion" der beiden Institute begründet er mit weit reichenden "Synergien". Frodl dagegen spricht von "feindlicher Übernahme". Ministerin Gehrer lässt Schröders Vorschlag nun prüfen. ALMUTH SPIEGLER

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Bild: Möchte Belvedere übernehmen: Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder

Bild: Bangt: "Mumok"-Chef Edelbert Köb