Ausgabe: 03 / 2005
Seite: 6
Neue Wilde
Von
"Das Comeback der Ölprinzen" (Serie "bis heute", Teil 4) - Tim Sommer über die Entwicklung der zeitgenössischen Malerei (2/2005)
Nachdem ich den Artikel gelesen habe, stelle ich fest, dass die Energie, mit der gegen die Neuen Wilden angeschrieben wird, immer noch ungebrochen ist.
Die Neuen Wilden waren kunsthistorisch weit wichtiger, als dies allgemein dargestellt wird: Sie vermittelten unmittelbar die Gefühle der Jugend in dieser Umbruchszeit. Wir alle waren damals um einiges "wilder" als heute. So mancher, der sich in das, was damals "Establishment" genannt wurde, eingefügt hat, möchte nun die Achtziger (und ihre Kunst) am liebsten vergessen. Weil die Kunst unmittelbar die Gefühle anspricht, braucht sie keine intellektuellen Erklärungen und damit auch nicht die von sich selbst hoch eingeschätzten Erklärer.
Im Gegensatz zu den Leipzigern heute entstand die Bewegung aus künstlerischem Drang und war nicht von Galeristen "gemacht". Die Neuen Wilden waren Wegbereiter für vieles, was nach ihnen kam. Rainer Fetting wird zu Unrecht immer wieder auf die Neuen Wilden reduziert: Fetting gerecht zu werden heißt, seine Werke auf sich wirken zu lassen. Insofern war es großartig, daß Sie den Mann mit Axt ganzseitig abgebildet haben. Im Text haben Sie seine Bedeutung für die deutsche Kunstlandschaft allerdings zu sehr unterschlagen.
Fred Guidolin, München
Es schmeichelt mir natürlich, von Ihnen zitiert zu werden, aber das sollte dann auch korrekt passieren. Die Breitseite gegen die angeblichen "hochgemuten Nichtskönner" stammt beileibe nicht von mir, sondern von Peter Iden ("Frankfurter Rundschau", 18.7.1981). Ich habe, ganz im Gegenteil, das Treiben der damals jungen Maler seit 1980 mit unverhohlener, wenn auch differenzierter Anteilnahme beschrieben.
Dr. Jürgen Hohmeyer, Hamburg
Wir bitten unsere Leser sowie die Kollegen Jürgen Hohmeyer (langjähriger Kunstkritiker des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel") und Peter Iden, diese Verwechslung zu entschuldigen. Die Redaktion
Bild(er):
Bild: Titelthema der Februar-Ausgabe von art war der Frankfurter Fotokünstler Gosbert Gottmann
