Ausgabe: 03 / 2005
Seite: 104

"Diffamiert und falsch zitiert"

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Architektur: Umbau des Freiburger Augustinermuseums

Viel Applaus erntete Architekt Christoph Mäckler, als er vor drei Jahren seine Pläne präsentierte, die dem Augustinermuseum in Freiburg im Breisgau zu mehr Ausstellungsfläche verhelfen sollen. Nun, da die Bauarbeiten begonnen haben, hagelt es Vorwürfe: Beim Umbau des Kirchensaals in dem ehemaligen Kloster aus dem 13. Jahrhundert schaffe Mäckler klaustrophobische Zustände. Das Innere des Museums werde mit den "dunklen, engen Räumen unumkehrbar zerstört", sagt der pensionierte Freiburger Denkmalschützer Immo Beyer.

In der Lokalpresse wurde eine am Computer simulierte Darstellung des umgebauten Saales veröffentlicht, die - so hieß es - "anhand der Maßangaben des Architekten" erstellt worden sei. Mäckler hat nachgemessen: Der Saal wurde verkleinert, die Sockel für die Skulpturen vergrößert, die Besucher sind mit zwei Metern Körpergröße angesetzt, so dass tatsächlich der Eindruck ungeheurer Enge entsteht. Zusätzlich ließ Architekten-Kollege Manfred Morlock Studenten der Fachhochschule Düsseldorf Gegenentwürfe zu Mäcklers Plänen entwickeln und anschließend in Freiburg ausstellen. Die Öffentlichkeit war begeistert: zum Beispiel von einer gläsernen Decke. Tatsache aber ist, dass der barocke Dachstuhl des Gebäudes unter Denkmalschutz steht und demzufolge nicht verändert werden darf.

Architekt Christoph Mäckler will nun standesrechtlich gegen seine Kritiker vorgehen und hat sich an die Architektenkammer gewandt. "Das geht zu weit", empört er sich, "wenn man diffamiert wird, wenn falsch zitiert und mit falschen Angaben gearbeitet wird." ADRIENNE BRAUN

Bild(er):

Bild: Wie in diesem Modell soll der Zentralraum des Freiburger Augustinermuseums nach dem Umbau aussehen, falls Architekt Mäckler seine Pläne umsetzen kann