Ausgabe: 03 / 2005
Seite: 103
Hindenburgs Füße stecken fest
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Denkmal: Panzerglas für ausgegrabene Thüringer Statue
Als gewichtiges Erbe - nämlich gut 10 Tonnen schwer - ruht Paul von Hindenburg im thüringischen Boden. Im Mai 1939 war das Denkmal des 1934 gestorbenen deutschen Reichspräsidenten, vom Berliner Bildhauer Hermann Hosaeus (1875 bis 1958) entworfen, durch SS und Wehrmacht eingeweiht worden - nur etwa 400 Meter entfernt vom wilhelminischen Barbarossa-Monument auf dem Kyffhäuser. Doch nach 1945 hatten die kommunistischen Erbauer eines "Neuen Deutschland" die Steinstatue symbolträchtig gestürzt. Von Erdreich bedeckt, hatte seither niemand ihren Grabesfrieden gestört - bis 2004 Paul Breul erschien, ein Hotelier aus Remscheid, der sich auf seinem frisch erworbenen Grund und Boden als Freizeitarchäologe betätigte. Bald schlug sein Spaten an die Figur. Was immer Breul geplant haben mochte, eine Wiederaufrichtung des umstrittenen Reichspräsidenten erwies sich als unmöglich. Hier hatte die jüngste Geschichte vorgebeugt: Die Füße des Kolosses stecken fest im Fundament eines Ferienbungalows, den die DDR-Staatssicherheit hier hatte bauen lassen. Der Freistaat Thüringen, verärgert über Breuls Raubgräberei, erhob Anspruch auf das Werk. Da ein Abtransport aber zu aufwändig geworden wäre, versöhnte man sich. In Kürze soll - als zeitgemäße Interpretation des schweren Erbes - eine Panzerglasscheibe Hindenburg bedecken, Erklärungstafel inklusive. Ekkehard Müller, Kulturbeauftragter des Landratsamtes Sondershausen, ist mit der horizontalen Lösung zufrieden: So bestehe wenig Gefahr, dass die rechtsextreme Szene den Ort vereinnahme. Dabei hat die den Kyffhäuser samt Denkmalskulisse und Burgruine längst für sich entdeckt. SUSANNE ALTMANN
Bild(er):
Bild: Paul Breul buddelte das umgestürzte Hindenburg-Denkmal auf seinem Grundstück aus
