Ausgabe: 12 / 2004
Seite: 151
Hockney pur
Von
BUCH SPEZIAL ZEITGENÖSSISCHE KUNST / Ein klassisches Bilderbuch erschließt das ganze Werk des Pop-Art-Pioniers
Müßig, die sinnenfrohen Bilder von David Hockney zu loben, seine malerische Experimentierlust zu preisen - der Brite mit Wohnsitz in den USA gehört längst zu den weltweit populärsten Gegenwartskünstlern.
Erst vor Jahresfrist mehrte der Knesebeck Verlag mit einem herrlichen Band über Hockneys Porträts dessen Ruhm in Deutschland. Jetzt haben die Münchner nachgelegt: "David Hockney - Die Monografie". Zu viel Hockney in zu kurzer Zeit?
Wohl nicht, denn Konzept und Realisierung stimmen bis ins Detail. Anders als der Titel vermuten lässt, erwartet den Betrachter ein Bilderbuch im klassischen Sinn. Fachmännisch ausgewählt wurden die 350 reproduzierten Arbeiten von Gregory Evans, einem langjährigen engen Freund und Mitarbeiter des Künstlers.
Einführende Texte bleiben auf das Minimum beschränkt. Keine langatmigen Kunsthistoriker-Analysen halten vom Kunstgenuss ab, Hockneys knappe Selbstäußerungen erschließen die variationsreichen Bildwelten aus der Zeit zwischen 1960 und 2004. Überzeugend inszeniert durch das schnörkellose Layout von Maggi Smith entsteht der Eindruck, als führe der Künstler durch seine eigene Ausstellung. Ganz zu Recht bewirbt der Verlag das Buch daher als "Retrospektive".
GUNDER CLAUSS
David Hockney - Die Monografie. Knesebeck Verlag. 368 S., 350 Abb., 24,90 Euro
Bild(er):
Bild: Kommentar zum Thema Mensch und elektronische Medien: Video-Skulptur "Floating Identities" (Detail, 1995) von Frank den Oudsten "Floating Identities" (Detail, 1995) von Frank den Oudsten
