Ausgabe: 01 / 2004
Seite: 44-51

"Alle Macht geht von der Farbe aus!"

Von Gnter Engelhard

Museumsbesuche - Reihe: Museumsbesuche (1) / Kunst kommt von Kunst, und jeder Maler ist zugleich auch ein Betrachter. In einer neuen art-Reihe sprechen Künstler über ihre Einflüsse - vor Ort, in einem Museum ihrer Wahl. Zum Auftakt begleitet Günter Engelhard den deutschen Maler Gotthard Graubner durch den Prado von Madrid

Vorsichtig nähert sich die Wärterin. Schon über längere Zeit hat sie aus respektvoller Distanz den ungewöhnlichen Museumsbesucher beobachtet, der auf die Gemälde so eifrig in einer fremden Sprache reagiert. Jetzt macht sie ihrem Herzen mit ein paar notdürftig zusammengeflickten englischen Vokabeln Luft. Gern vernimmt der untersetzte bärtige Mann mit Hut das Kompliment, er gleiche den Alten Meistern, mit denen er so vertrauten Umgang pflegt.

Im Prado zu Madrid wirkt der 73-jährige Maler Gotthard Graubner in der Tat schon rein äußerlich wie ein Wesensverwandter seiner Kollegen aus dem späten 19. Jahrhundert. Mit Monet hat man ihn ja schon oft verglichen. Hier aber reicht die Verwandtschaft sehr viel weiter zurück. Im Prado läuft Graubner sogleich jener Majestät unter die Augen, in deren Reich "die Sonne nicht unterging". Karl V., als siegreicher Reiter vom Aristokraten Tiziano Vecellio di Gregorio porträtiert, der 1576 in sehr hohem Alter starb, hat mit den Werken des Meisters aus dem Veneto jene künstlerische Hausmacht begründet, die den Prado heute zu einer der weltweit ersten Adressen für Malerei macht. Und Tizian ist Graubners ältestes Vorbild.

Exakt begründet der deutsche Maler, was er fühlt. Auf klassischer Promenade eröffnet er seinem Begleiter den Durchblick. Die biblischen Themen des späten Mittelalters und der frühen Renaissance fesseln ihn nur als erzählerische Ursache für die farbige Wirkung. El Grecos Flammenfarben locken Graubner stärker als Dürers "Eva" den "Adam", auch der "Garten der Lüste" des Hieronymus Bosch wird umgangen. Dem Maler aus dem 21. Jahrhundert geht es nicht mehr um Figuren und Allegorien - ihn bewegt zuerst und zuletzt das Licht. Launig kommentiert er den Lichtimpuls, den der Engel der "Verkündigung an Maria" des Fra Angelico (um 1400 bis 1455) auf diagonaler Linie in den Schoß der heiligen Jungfrau sendet: "Der Strahl trifft die Madonna direkt. Die Folgen sind bekannt."

Kurz danach vereint Raffaello Santi (1483 bis 1520) die "Heilige Familie mit dem Lamm". Da ist Licht bereits ein Phänomen aus dem Inneren der Farbe. Nur durch sie, nicht durch Zeichnung, gewinnt die Gruppe Gestalt. Graubner: "Wer die Farbe dynamisch gebraucht, kann im Kleinen monumental und im Großen intim malen." Der Beweis hängt nicht weit entfernt. Das "Bildnis einer jungen Frau", gemalt von Raffaels Zeitgenossen Andrea del Sarto (1486 bis 1530), leuchtet durch die aus festen Konturen befreite Farbe weit über das bescheidene Format hinaus. Die Dame wird als Mona Lisas Schwester gesehen. In den Augen ihres heutigen Bewunderers erreicht sie mühelos Qualität und Geheimnis von Leonardo da Vincis (1452 bis 1519) "Gioconda".

Seit der Erleuchtung durch Tizian sind für den Künstler Gotthard Graubner Inhalte zweitrangig. Nur durch Farbe existieren Haut und Gewänder. Ein gelungener Simultankontrast verschafft höchste Glücksgefühle. Graubner: "Alle Macht geht von der Farbe aus!"

Über so viel Gewaltanspruch, damals zuerst von Tizian erhoben, scheint Karl V. nicht besonders glücklich. Nach seinem Sieg in der Schlacht bei Mühlberg von 1547 reitet er einsam durch die dämmernde Natur. Von Kampf und Sieg weit und breit keine Spur. Graubner freut sich: "Tizian hat den kaiserlichen Krieger um das Drama der Schlacht betrogen." Der Kaiser siegt allein durch Farbe.

Auf dem 15 Jahre zuvor in Bologna entstandenen Ganzkörperporträt tritt der Kaiser in elegant herrischer Pose mit seinem weißen korsischen Hund vor den dunkel verhängten, kaum belichteten Hintergrund. Die Farbe festigt den Herrscher. Graubner: "Es gibt keine Farben, die nur warm oder nur kalt sind", sagt Graubner. "Sie temperieren sich wechselseitig."

Wenn der Maler aus dem Vogtland ein Gemälde betrachtet, spielen gleich alle Sinne mit. Der Musikkenner Graubner ist empfindlich für harmonische und dissonante Tönungen. Mit ausgestreckter Hand verdeckt er hier die Sicht auf einen blauen Fleck in der Schärpe des Reiters. Den plötzlichen Farbausfall vergleicht er mit dem Verzicht auf die zweite Geige im Streichquartett: "Dort würde die ganze Komposition, hier würde das ganze Bild zusammenbrechen."

Auch die Kochkunst muss herhalten. Risottospezialist Graubner belehrt seinen hungrigen Gast: "Diese Maler waren nur deshalb so erfinderisch beim Erweitern ihrer Skala, weil sie im Gegensatz zu heutigen Koloristen keine große Wahl hatten zwischen den Farben. Sie mussten unermüdlich mischen und würzen."

Kein Wunder, dass Graubner auch die amourösen Lagerstätten auf Tizians Bildern mit größtem Vergnügen betrachtet. Betten, Kissen, hautnahe Stoffe - was Tizian damals durch Farbe hervorrief, nimmt Graubner heute für Farbe in Gebrauch. Zweimal die "Venus mit Orgelspieler" - einmal mit Cupido, einmal mit Schoßhund. Auf dem ersten Bild verkörpern die nackte Dame und ihr musizierender Anbeter erotisches Be-gehren, auf dem zweiten Bild wird Entspannung signalisiert. "Davor sind sie satt, danach sind sie matt."

Plötzlich entdeckt der Maler "Danae und die Kupplerin" als Keimzelle des eigenen verschwenderischen Umgangs mit Farben. Die nackte Prinzessin von Argos blickt himmelwärts in das erhellte Dunkel einer bewegten Wolkenballung. Von dort ergießt sich der Gott Jupiter als goldener Regen über ihre Haut. Jahre später entsagt der alte Venezianer der Fleischeslust und schildert statt dessen die Leiden des Fleisches. Verzweifelt trauernde Menschen, mit fliegenden Farben über der Leiche vereint, werden sturzartig mitgerissen in die "Grablegung Christi". Die Farben sind bindunglos. Flatternd finden sie zueinander, um eine ungeheure Geschichte zu erzählen.

"Anbetung der Heiligen Dreifaltigkeit"! Nur 25 Jahre liegen zwischen den Andachtsbildern von Tizian und El Greco (1541 bis 1614). Mit seinen lodernden Ekstasen ging der griechische Manierist, der von Kreta über Venedig und Rom nach Toledo kam, dem schwerblütigen Herrscher Philipp II. bald zu weit. Die Manier des Griechen war dem König zu extrem, und außerdem strapazierten des Malers extreme Preise die höfische Kasse. Gotthard Graubner sieht El Grecos frühen Expressionismus "als pathetischen Ausdruck einer befreiten Malerei jenseits der Renaissance". In langgestreckten, unruhigen Konturen streben die Figuren aufwärts. "Bei derart himmlisch gefalteten Vertikalen muss einem Maler unterwegs kein weiterer Einfall mehr kommen", sagt Graubner. El Grecos trockenes Gelb, sein helles Blau, sein fahles Violett, sein sprödes Rosa, sein verwaschenes Grün, die grauen Fleisch- und Wolkentöne verklären in ihrer Gesamtsicht Gott und die Menschen.

Solche Höhenflüge waren Philipp II. fremd. Der düstere Bürokrat, der Spanien 42 Jahre lang - von 1556 bis 1598 - regierte, bevorzugte Tintoretto (1518 bis 1594) und Veronese. Das waren Maler, die dem zeitgenössischen Dekor entsprachen. Veronese (1528 bis 1588) ließ zwischen seinen arkadischen Architekturen unter weiten ruhigen Himmeln manchen Lichtstrahl in die königliche Schwermut fallen. Und nicht von ungefähr prägt das typische "Veronese-grün" im Register der Lieblingsfarben auch die Atmosphäre der Farbkörper aus Gott-hard Graubners Atelier.

Die Könige sind süchtig nach diesem Licht aus Italien, das fortan auch die spanische Malerei beleuchtet. Nachdem der Sohn Karls V. den Regierungssitz von Valladolid nach Madrid verlegt hatte und 60 Kilometer nordwestlich die Klosterresidenz El Escorial errichten ließ, begann hier die Konzentration aller königlich begünstigten Malerei, wie sie seit dem 19. November 1819, dem Eröffnungstag, den Besuchern des Prado vor Augen geführt wird.

Diego Velazquez (1599 bis 1660) ist Graubners dritter Favorit. Mit ihm fällt das importierte italienische Licht auf Menschen in Räumen, die laut Graubner "allein durch Farbe definiert sind". An Tizian geschult, von Rubens fasziniert, entwickelt sich der Hofmaler und Kammerherr Philipps IV. zum subtilsten Koloristen der spanischen Malerei. Graubner verweist auf die Farbe Schwarz: "Bei Velazquez gewinnt sie über viele Stufen hinweg Tiefenschärfe. Seine Ganzkörperporträts leben in einem farbigen Umfeld, das auch ohne Perspektive räumlich wirkt."

"Farbe ist Raum!" Sie bewirkt Ausdehnung. Das Farbgewebe der Kostüme enthält die unsichtbaren Körper der ersten Infantin Maria Teresa von Bourbon und der zweiten Königin Maria Anna von Österreich. Die farbig angehauchten Gesichter und das flimmernde Dekor weit ausgestellter Röcke verleihen den Figuren majestätischen Halt. "Las Meninas" ("Die Hofdamen"), mehr als drei Meter hoch und nahezu drei Meter breit, laden den Betrachter vor die Staffelei des Malers.

Da stehen sie: "Die Ehrenfräulein" zu beiden Seiten der Infantin Margarita Teresa. An seiner Staffelei wendet sich der Maler nur scheinbar dem Betrachter zu. In Wirklichkeit schaut er auf das Königspaar. Es spiegelt sich an einer Wand in der Tiefe des Bildes, unterhalb zweier angedeuteter Werke von Peter Paul Rubens. Graubner steht jetzt wie jeder andere Betrachter dort, wo außerhalb des Bildes auch die beiden Majestäten zu denken sind. Dieser Positionierung verdankt das Gemälde seine Sogwirkung.

Im Bannkreis der dunklen Farben, die alles Helle unerbittlich einschließen, tritt Graubner den rätselhaften "Meninas" ungern zu nah. Ein wenig hemmt ihn die hermetisch fremde Welt jenseits der Malerei. Wie auf der 22 Jahre älteren "Übergabe von Breda" der unterlegene General Justinus von Nassau dem siegreichen Grafen Ambrosio de Spinola die Schlüssel der Stadt übergibt, so kapituliert der deutsche Maler vor der Übermacht der Figuren. Zwischen den gegnerischen Truppen sucht er seinen Fluchtweg in eine zeitlich viel ältere, ihm nähere Kunst mit vergleichbarem Thema: "Die Lanzen stammen aus Assisi. 300 Jahre früher hat Cimabue sie für die Fresken von San Francesco gemalt."

An die Staffelei in den königlichen Gemächern tritt 147 Jahre nach Velazquez der Maler Francisco Jose de Goya y Lucientes (1746 bis 1828). Der erste Hofmaler Karls IV. hat auf dem gnadenlos charaktertypischen Gruppenbild der königlichen Familie links außen die Velazquez-Position eingenommen. Dort löst er sich von seinen strengen Vorgängern und lässt durch Malerei eine frühere Epoche hinter sich. Kraft Farbe schärft er auf dem Weg vom Rokoko in die Romantik den Blick für die Gesamterscheinung des Bildes.

Graubner unter dem "Sonnenschirm". Graubner als Zeuge der "Erschießungen am 3. Mai 1808". Graubner beim "Blindekuhspiel" und beim "Hexensabbat". Graubner zwischen der "Maja", nackt und bekleidet. Graubner mit dem "Milchmädchen von Bordeaux" auf dem Weg zu den Impressionisten: Des Malers Rede verschafft diesen dramatischen Gemälden physische Energie. Alle Personen sind Fleisch und Blut allein durch Farben: "Sie sind das Drama. Sie haben es in sich."

Aus Graubners Worten spricht die Erregung des Connaisseurs. Als Maler zwischen Glanz und Elend, als Schreckensbildner zwischen Caprichos und Desastres löst Goya extreme Reaktionen aus. Was in Gesellschaft beginnt, endet in Einsamkeit; was sich im Tanz bewegt, versinkt in der Stille; was fröhlich scheint, ist zugleich gespenstisch. "Die Farbe hat psychologische Funktion," behauptet Graubner. Die dunkelblaue Blume im Haar über dem alternden Gesicht der Marquesa Maria Antonia Gonzaga de Villafranca korrespondiert mit der hellblauen Schleife über ihrer Brust. Das Angebinde umschließt die Restblüte der verflossenen Jugend. Aus grauem Fond, beinah schwebend über einem roten Sofa, streckt die Marquesa de Santa Cruz dem Betrachter ihre Lyra entgegen. Umfasst vom Dunkel des Raumes, im schattierten Gewand die Farbe Weiß wechselnd, sitzt die Gräfin von Chinchon auf ihrem Stuhl. Farbe verleiht diesen Frauen etwas Geisterhaftes.

"In den Kostümen", sagt Graubner, "haben die Figuren keine Körper." Zwar ist die faszinierend hässliche Königin Maria Luisa in ihren von Goyas Pinseln gesäumten Gewändern zu Fuß und zu Pferde eine realistische Erscheinung. Doch mit dem plattfüßigen, in der Farbe hängenden Körper ihres Gemahls Karl IV. teilt sie in Graubners Augen das künstlerisch wertvolle Schicksal, ein malerisches Phänomen zu sein.

Die Wandbilder aus der "Quinta del Sordo" entpuppen sich als Malerei mit doppeltem Boden. "Das Haus des Tauben" wurde seit Eröffnung des Prado (1819) von Goya nur vier Jahre lang bewohnt, bevor er sich als kranker Mann zu den Heilquellen von Plombieres bei Bordeaux und damit zugleich ins französische Exil begab. "Pinturas negras" heißen die zurückgelassenen Albträume: "Schwarze Bilder". In Öl wurden sie direkt auf den Verputz gemalt. 1873 hat sie der Baron d'Erlanger vor Zerstörung bewahrt. Behutsam ließ er sie ablösen und auf Leinwand übertragen. Nach erfolgloser Vorführung auf der Pariser Weltausstellung von 1878 vermachte er die Werke dem Prado. Dort ärgert sich heute Gotthard Graubner über eine verfehlte Präsentation. Düsternis, unheimliche Stimmung, gespenstisches Treiben werden durch zusätzlich dunkle Beleuchtung überschattet. Dafür fehlt dem deutschen Künstler jedes Verständnis: "Die Geheimnisse der Malerei von außen her durch Lichtführung betonen zu wollen, ist ein Zeichen für den mangelden Glauben an Malerei."

In der Tat ist es schwer, sich jetzt noch vorzustellen, dass Goyas finstere Visionen der letzten Jahre die sehnsüchtig heiteren Motive der ersten Jahre des alten Schwarzsehers überlagern. Tatsächlich ist es aber so, dass Saturn, der sein Kind frisst, zugleich eine übermalte Tanzfigur in der Hand hält. Und die gespenstische Prozession der San-Isidro-Kirchweih bewegt sich durch eine ehemals lichte, schwarz verdeckte Landschaft.

Plötzlich, neben den beiden Lufthexen auf dem Flug zu einem Berg in der kastilischen Hochebene, sieht sich Gotthard Graubner in seiner eigenen Welt: Farbe, nichts als Farbe. Das Licht streicht in dunklen Ockertönen über die von haarfeinen Rissen durchzogene Fläche. Am unteren Bildrand legt "Der Hund" seinen Kopf auf einen schräg fallenden Schatten. Er schaut aufwärts in einen Raum, der offen ist für die fantastischen Projektionen des Spaniers.

Goya war mitten darin. Graubner steht jetzt davor wie der "Mönch am Meer" auf Caspar David Fried-richs Nachtseite der Romantik. Solch Positionen entspricht, als Resultat der Malerei, seine eigene räumliche Erfahrung. So versichert er sich im Prado seiner Herkunft.

Öffnungszeiten: Di-So 9-19 Uhr.

Internet: http://museoprado.mcu.es/home.html

Tiefe Wirkung: der Künstler Gotthard Graubner

Unter den zeitgenössischen deutschen Künstlern ist der Maler Gotthard Graubner, 73, der größte Kolorist: Auf seinen Gemälden gibt es weder Figuren noch Gegenstände oder Formen - nur Farben. Die freilich wirken mit großer Kraft auf den Betrachter. Der aus dem sächsischen Vogtland stammende Graubner begann eine Ausbildung auf der Meisterschule für Textilindustrie in Plauen, studierte, nachdem die Lehranstalt von Bomben zerstört wurde, an der Dresdner Akademie beim Spätexpressionisten Wilhelm Rudolph, wechselte 1954 in den Westen, beendete seine Ausbildung an der Düsseldorfer Akademie und dringt seither immer tiefer in die Farbgefilde ein. Seine meist großen "Farbraumkörper" haben alle dieselbe Entstehung: Nachdem der Maler die erste Leinwand über den Keilrahmen gespannt hat, zieht er mehrere Schichten Synthetik-Watte über den Bildträger und befestigt die saugfähige Masse straff unter einer zweiten Leinwand. In zahlreichen, oft heftigen Streichvorgängen bringt Graubner dann die Farbe auf. Durch Wachs und verschiedene Firnisse wird zusätzlich Tiefenwirkung erzielt.

Zu seinen Vorbildern zählt der Düsseldorfer die Meister der Farbe und des Lichts: Die Italiener Tintoretto und Tizian sind ihm ebenso Ideal wie der in Spanien arbeitende El Greco oder der Engländer William Turner. Graubner war 1977 Teilnehmer der Documenta 6 und vertrat 1982 Deutschland auf der Biennale in Venedig. Seine Werke hängen in den wichtigsten Museen Europas, im Reichstag und in zahlreichen bedeutenden Privatsammlungen.

"Es gibt keine Farben, die nur warm oder kalt sind", sagt Graubner. "Sie temperieren sich wechselseitig"

"Die Geheimnisse der Malerei von außen her durch Lichtführung betonen zu wollen, ist ein Zeichen von mangelndem Glauben an sie"

"Farbe ist das Drama", resümiert Gotthard Graubner seine Betrachtungen. "Sie hat es in sich"

Bild(er):

Bild: Dialog über Tizians Rot und Velazquez' Raumeffekte: Gotthard Graubner (links) und Günter Engelhard vor dem Eingang des Prado (Fotos: Angelika Platen)

Bild: Der Monarch als stolzer Krieger: Tizians "Kaiser Karl zu Pferde bei Mühlberg" (332 x 279 cm, 1548)

Bild: Symphonie der Farbtöne: Tizians "Danae und Kupplerin" (129 x 180 cm, Mitte des 16. Jahrhunderts)

Bild: Pathetischer Ausdruck einer befreiten Malerei: El Greco, "Die heilige Dreifaltigkeit" (300 x 178 cm, 1578)

Bild: Lektion in Tiefenschärfe: "Die Hofdamen" (310 x 276 cm, um 1656) von Diego Velazquez

Bild: Heiter und lichtdurchflutet: Francesco de Goya, "Der Sonnenschirm" (104 x 152 cm, 1777)

Bild: Kunst im staatstragenden Raum: eines der beiden großen Bilder, die Graubner 1988 für das Schloss Bellevue, den Berliner Amtssitz des Bundespräsidenten malte