Ausgabe: 01 / 2004
Seite: 110
Zuwachs von Privat
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Mäzene: Zwei Stifter beschenken Kupferstichkabinett Berlin
Das Berliner Kupferstichkabinett gehört zu den bedeutendsten grafischen Sammlungen der Welt. Doch seit zwei Jahren verfügt das noble Institut nicht mehr über einen eigenen Ankaufsetat. Nun unterstützen prominente Mäzene das Haus mit Schenkungen.
Der Berliner Künstler Haralampi G. Oroschakoff überlässt dem Kabinett 50 Werke des Moskauer Konzeptualismus. Sie werden bis Mitte April 2004 auch im Haus ausgestellt. Mit seinem Geschenk will der 1955 in Sofia geborene Wahl-Berliner den Blick des deutschen Publikums auf diese Strömung lenken, die um 1970 im Untergrund der damaligen Sowjet-Hauptstadt entstand: Die oft ironischen Analysen traditioneller oder totalitärer Kultur-Konzepte von Juri Albert, Pavel Pepperstein, Dimitri Prigow oder Vadim Zakharov betrachtet der Stifter als "wichtigste Entwicklung in der Kunst Osteuropas seit der russischen Avantgarde".
Der ehemalige Galerist Paul Maenz und sein Partner Gerd de Vries stiften dem Kupferstichkabinett rund 200 Zeichnungen, Drucke, Fotos und Künstlerbücher aus den Bereichen von Arte Povera und Konzeptkunst, von Mülheimer Freiheit, Transavanguardia und Arte Cifra, dazu Werkgruppen von Martin Disler, Hans-Peter Feldmann und Elaine Sturtevant. Das Neue Museum in Weimar, das bisher den größten Teil der Sammlung Maenz verwaltet (art 1/1999), ging leer aus. Maenz' Begründung: Das Haus habe in jüngster Vergangenheit zu wenig an seinem Profil gearbeitet.
Bild(er):
Bild: Konzeptualistisch: Dimitri Prigow, "Stalin" (59 x 42 cm,1998)
