Ausgabe: 01 / 2004
Seite: 111
"Talsohle durchschritten"
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"Art Cologne": Galeristen vermeldeten steigende Umsätze
Die Rauhfaser als rotes Tuch: Einträchtig lobten die Galeristen an der jüngsten "Art Cologne", dass die biedere Tapete, die in früheren Jahren die Kojenwände bedeckt hatte, durch ein glattes Weiß ersetzt worden war. Beifall auch für das neue Design der Cafes und Ruhezonen. Ansonsten fällt die Bilanz der größten deutschen Kunstmesse durchwachsen aus -wobei allgemein vermerkt wurde, dass die Talsohle durchschritten, die Kauflust gewachsen sei.
Spitzenpreise erzielten Werke von Asger Jorn (810000 Euro, Galerie Faurschou, Kopenhagen), Lucio Fontana (400000 Euro, Gmurzynska, Köln), Miguel Barcelo (350000 Euro, Röpke, Köln) und Emil Schumacher (260000 Euro, Utermann, Dortmund, verkauft an das Von der Heydt-Museum in Wuppertal). Der Galerist Heinz Holtmann (Köln) beobachtete aber auch große Kaufbereitschaft im Preissegment bis 20000 Euro. So verkaufte die Hamburger Galerie Sfeir-Semler Christian Hahns Gemälde "Incubation" (5500 Euro) an die Hamburger Kunsthalle. Hahns Bild "Schwärmer" (7000 Euro) veräußerte die Hamburger Galeristin an den Berliner Sammler Heiner Bastian. Überhaupt gab es für das Förderprogramm viel Lob: Gleich mehrere Kojen waren ausverkauft.
Der Kölner Galerist Markus Lüttgen (Johnen + Schöttle, Köln) übte indes scharfe Kritik an der Messe-Organisation: Das Begleitprogramm sei unzulänglich, die Betreuung der Sammler mangelhaft. Das will der künftige "Art-Cologne"-Direktor Gerard Goodrow ändern. Hans Strelow (Düsseldorf) hofft mit anderen Kollegen, dass die Messe unter dem ehemaligen Christie's-Mann wieder internationaler wird.
Parallel zur "Art Cologne" fand in Köln zum ersten Mal die "art.fair" statt, eine Messe auf der Kunst nicht mehr als 5000 Euro kosten sollte. Das anvisierte junge Publikum flanierte zwar zahlreich über die Messe, hielt sich aber beim Kauf zurück.
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Bild: Auch in den Förderkojen der "Art Cologne" herrschte reger Betrieb
