Ausgabe: 01 / 2004
Seite: 116
Nachgefragt
Von
art: Sie arbeiten in Mannheim an einer Außenskulptur - und stellen dabei ihr Auto im Parkverbot ab. Die lokale CDU wirft Ihnen vor, sich mit Ihrem Arztschild vor Strafe zu schützen.
Edoga: Ich habe ein Arztschild, weil ich approbierter Arzt bin. Ich trenne nicht zwischen Arztsein und Künstlersein. Es gibt eine verblüffende Parallelität zwischen diesen Dingen. Beide Tätigkeiten kommen aus der Intuition. Überall, wo ich künstlerisch arbeite, übe ich auch eine hochkarätige medizinische Tätigkeit aus.
Was werden Sie der CDU antworten?
Die CDU hat den Vorwurf zurückgenommen, weil sie gemerkt hat, wie peinlich, dumm und naiv dieser Fehltritt war.
Woran arbeiten Sie gerade in Mannheim?
Ich wurde gebeten, meine hölzerne Himmelskugel von 1992 zu restaurieren - die alte Kugel steht jetzt im Zentrum einer neuen Kugel. Mein ästhetisches Konzept ist Heraklit aus der Seele gesprochen: Ich will zeigen, dass die alte Kugel stilvoll altern kann und vergehen, ohne die neue Generation zu tangieren.
Bild(er):
Bild: Der Arzt, Bildhauer und Documenta-9-Teilnehmer Mo Edoga, über den Vorwurf der Mannheimer CDU, ein Privileg zu missbrauchen.
