Ausgabe: 03 / 2003
Seite: 117

Rückzug in die Nische

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Auktionshäuser: Der Versteigerer Phillips, de Pury & Luxembourg schrumpft sich gesund

Aus der Traum vom glamourösen Geschäft mit Picassos und Monets: Das Auktionshaus Phillips, de Pury & Luxembourg, das den Branchengiganten Sotheby's und Christie's Konkurrenz machen wollte, musste einige herbe Rückschläge hinnehmen. Im vergangenen November fanden bei der New Yorker Herbstauktion zur Moderne nur 19 von 44 Werken einen Käufer, statt erwarteter 50 Millionen Dollar wurden nur sieben Millionen erzielt.

Zudem stieg der wichtigste Finanzier schrittweise aus: Nachdem der französische Luxuswaren-Milliardär Bernard Arnault (Louis Vuitton/Moït Hennessy) schon im Mai vergangenen Jahres seine 75-Prozent-Beteiligung rigoros auf 27,5-Prozent reduziert hatte, verkaufte er Ende Januar auch diese Anteile an die Geschäftsführer Simon de Pury und Daniella Luxembourg.

Simon de Pury kündigte nun eine drastische "Neuorganisation" an. Das New Yorker Hauptquartier an der teuren 57. Straße würde demnächst in ein ehemaliges Lagerhaus in Chelsea verlegt. Außerdem werden 50 der 130 Mitarbeiter entlassen, allerdings nur in der Verwaltung. Auch der Verkaufskalender wird abgespeckt. Impressionistische und moderne Kunst werde nur noch "auf Ad-hoc-Basis" versteigert. Statt mit den Großen zu konkurrieren, setzt Phillips jetzt auf eine solide Nischenexistenz. De Pury: "Uhren, Schmuck, Design, Schweizer und zeitgenössische Kunst bleiben unser Schwergewicht."