Ausgabe: 03 / 2003
Seite: 89
Malerei kann auf Öl verzichten
Von Angelika Kindermann
AUSSTELLUNGEN IM MÄRZ - VORSCHAU - KRITIK - TERMINE / WOLFSBURG: PAINTING PICTURES / Im Kunstmuseum demonstrieren Künstler, wie Malerei in der Auseinandersetzung mit den neuen Medien entsteht
Fotografien, Filme, Videos überall. Die jüngste Documenta in Kassel schien es zu bestätigen - die Malerei ist tot. Doch nun tritt die Szene zum Gegenbeweis an. Malerei heute, so das Credo der Schau, ist mehr als Öl auf Leinwand. Aktuelle Malerei entsteht in der Auseinandersetzung mit den neuen Medien, betont Kuratorin Annelie Lütgens. Etwa wenn Bill Viola in seinen Videos den Kompositionen und Gesten Alter Meister neuen Ausdruck verleiht. Oder wenn Andreas Gursky seine Fotoarbeit "Rhein" (1996) am Computer zur Streifenkomposition formt, ganz in der Tradition der Farbfeld-Gemälde eines Barnett Newman. Eine besondere Art der Verschmelzung von Video und Malerei probt David Reed. Der Amerikaner hat eigens für die Wolfsburger Ausstellung in der Wüste einen Film gedreht. Zusammen mit einem seiner abstrakten Gemälde entsteht aus beidem ein neues Werk.
Termin: 1. März bis 29. Juni. Katalog: Kerber-Verlag, 39 Euro. Internet: www.kunstmuseum-wolfsburg.de
Bild(er):
Bild: Malerei im digitalen Zeitalter: "Pegasus" von Inka Essenhigh, 2001, 267 x 218 cm
