Ausgabe: 02 / 2003
Seite: 110

Abrechnung mit alten Freunden

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Ateliers: Das Hamburger Künstlerhaus Weidenallee fällt einem ehemaligen Mitglied zum Opfer

Das Hamburger Künstlerhaus Weidenallee steht vor dem Aus: Nach 25 turbulenten Jahren kündigt ausgerechnet ein ehemaliges Vereinsmitglied aus der Gründungsphase den Mietvertrag. Der Architekt Rüdiger Findeisen kaufte 1995 die alte Schraubenfabrik, die 1977 von den Künstlern in ein Atelierhaus umgebaut worden war.

Schnell kam ein neuer Vertrag mit verdoppelter Grundmiete und - wie sich nun herausstellt - tückischen Klauseln auf den Tisch. Bis 2005, so glaubten die 13 Bewohner, hätten sie Zeit, sich ein neues Haus zu suchen. Doch nun soll schon Ende 2003 Schluss sein. "Wenn ihr einen Anwalt einschaltet, verhandele ich gar nicht mit euch!", soll Findeisen gedroht haben. Eine knallharte Abrechnung mit der eigenen Vergangenheit? Nicht nur das: Das Viertel rund um die Sternschanze ist zum Szenequartier aufgestiegen, aus billigen Ateliers werden teure Gewerbe-Lofts.

Das Künstlerhaus Weidenallee, Schnittstelle zwischen künstlerischer Produktion und Vermarktung und Schauplatz legendärer Ausstellungen, ist ein kaum zu unterschätzender Motor innerhalb der Hamburger Kunstszene. Sabine Mohr vom Verein Künstlerhaus: "Wir geben uns nicht geschlagen!"

Internet: www.kuenstlerhaushamburg.de

Bild(er):

Bild: Einstige Idylle: Mitgliederversammlung 1978 mit Rüdiger Findeisen (Pfeil)