Ausgabe: 02 / 2003
Seite: 120-121
Gebündelt
Von
Paul Maenz, 63, erst Art Director in Frankfurt, dann Sammler und erfolgreicher Galerist in Köln, später Stifter-Patron in Weimar und nun Elder Statesman auf der Hauptstadtszene Berlin, bündelt hier Texte aus 35 Profi-Jahren. Und siehe: Die Summe übertrifft ihre Teile.
Denn Maenz, ein selbstkritischer Enthusiast, der "das Leben von der Kunst gelernt" hat, massiert seine verstreuten Statements von einst zu einem kompakten "biografischen Profil". Warum hat er sich als Werbefachmann 1967 für die serielle Kunst eines Peter Roehr engagiert, dann aber als Konzeptkunst-Galerist 1974 ein Buch übers "Art Deco" geschrieben? Wie wurde er zum Herold der Neuen Wilden, der aber weiterhin Andy Warhol und Keith Haring ausstellte - bis er 1990 plötzlich seine Galerie aufgab und sich ins Berliner Privatleben zurückzog? Maenz gibt klar und unverschnörkelt Auskunft.
Brüche? Habe es nie gegeben, sagt Maenz, aber immer das Prinzip Veränderung. "Kunst", so die komplette Titelmaxime seines lesenswerten Kompendiums, "Kunst heißt verändern, was man von ihr erwartet."
Paul Maenz: Art is to Change. Skizzen aus der Umlaufbahn. StatementReihe Nr. 32. Verlag Lindinger + Schmid, Regensburg. 208 S. mit 47 Abb. in Schwarzweiß. 17,80 Euro
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