Ausgabe: 02 / 2003
Seite: 122

Nachgefragt

Von

Gerd Harry Lybke, 41, Galerist von Eigen + Art in Leipzig und Berlin, hat eine Ausstellung am Eröffnungstag komplett verkauft. Von elf Bildern des Leipziger Malers Neo Rauch gingen allein fünf an große amerikanische und europäische Museen.

art: Je knapper das Gut, desto höher der Preis. Warum kostet ein kleinformatiges Bild von Neo Rauch dann nur 16000 Euro?

Lybke: Das ist ein Preis, den fast jeder interessierte Kunstsammler einmal aufbringen kann. Es ist wichtig, das offen zu halten - auch für Museen, die ja kleine Etats haben. Außerdem möchte ich nicht irgendwann von den zehn Leuten abhängig sein, die bereit sind, jeden Preis zu zahlen.

Aber das teuerste Bild kostete immerhin 98 000 Euro ...

Es gibt eben keinen zweiten Maler dieser Generation, der ein Format vom 2,10 x 4,00 Meter so bewältigt, dass man bereit wäre, auch nur einen Euro dafür auszugeben.

Was muss man denn anstellen, um einen Rauch abzubekommen?

Eine Mail an die Galerie schreiben und Geduld aufbringen. Sehr förderlich ist die Zusage, die Arbeit dann dem Leipziger Museum der bildenden Künste zu überlassen. Dort soll der Sammlungsschwerpunkt entstehen.

Rauch malt höchstens 20 Bilder im Jahr. Juckt es da nicht, die Produktion etwas anzuheizen?

Ich bin doch nicht wahnsinnig. Das Leben ist lang, wir müssen noch mindestens 40 Jahre durchhalten.

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