Ausgabe: 02 / 2003
Seite: 84
Kunstsinnig
Von Petra Bosetti
AUSSTELLUNGEN IM FEBRUAR - VORSCHAU - KRITIK - TERMINE / KÖLN: RICHELIEU / Das Wallraf-Richartz-Museum zeigt Auftragswerke des Kardinals (1585 bis 1642)
Ernst und vornehm blickt Kardinal Richelieu aus dem Bildgeviert. Er wird flankiert von Darstellungen seines eigenen Profils. Dieses seltsame "Dreifachporträt Richelieus" von Philippe de Champaigne diente dem genialen italienischen Bildhauer Gianlorenzo Bernini (1598 bis 1680) wahrscheinlich als Vorlage für eine Porträtbüste des kirchlichen Würdenträgers, dessen eigentliche Berufung die Politik war. Von 1624 bis zu seinem Tod 1642 war Richelieu, eigentlich Armand-Jean du Plessis, Erster Minister im Staatsrat.
Der machtbesessene Politiker machte Frankreich zu einem Reich von konkurrenzloser politischer Stärke, die bis zur französischen Revolution anhielt. Wie stark daneben sein kulturelles Engagement war, belegt die Ausstellung "Kunst, Macht und Politik": Die 150 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen sind fast ausschließlich Auftragswerke von Richelieu. Darunter sind Gemälde von Nicolas Poussin, Georges de La Tour, Claude Lorrain oder il Guercino - lebensgroße Porträts von Persönlichkeiten der französischen Geschichte, religiöse Szenen, aber auch Bilder, die das alltägliche Leben der kleinen Leute zeigen.
Termin: 1. Februar bis 21. April. Katalog: 34 Euro. Internet: www.museenkoeln.de/wallraf-richartz-museum
Bild(er):
Bild: Berühmtes "Dreifachporträt Richelieus" von Philippe de Champaigne, um 1642
