Ausgabe: 02 / 2003
Seite: 114

Trockenheit brachte die Kunst wieder ans Licht

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Land Art: Robert Smithons legendäres Werk "Spiral Jetty" ist nach 30 Jahren endlich wieder aus den trüben Fluten des Großen Salzsees aufgetaucht

Für die Bewohner in Amerikas Westen ist die anhaltende Trockenheit ein Fluch. Für Robert Smithsons "Spiral Jetty" ist die Dürre dagegen ein echter Segen. Die 500 Meter lange Spirale aus schwarzem Basalt im Großen Salzsee von Utah ist erstmals seit ihrer Fertigstellung im Jahre 1970 wieder richtig zu sehen. Smithson, ein visionärer US-Künstler, der 1973 im Alter von 35 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, konzipierte das monumentale "Earthwork" so, dass die salzverkrusteten Steine je nach Wasserstand mal ganz aus dem See herausragen oder direkt unter der Oberfläche schimmern sollten. In den folgenden Jahren stieg der Wasserpegel jedoch so hoch, dass das Kunstwerk vollständig in den trüben, rotbraunen Fluten verschwand. Vergangenen Herbst dann meldete ein Spaziergänger die erste Sichtung. Spiral Jetty war wie Nessi aufgetaucht, um seine Existenz ins Gedächtnis zurückzurufen.

Inzwischen hat das New Yorker Dia Center, offizieller Besitzer des berühmten Kunstwerks, die einmalig guten Sichtverhältnisse bestätigt. Bevor jemand die Reise in die Wüste Utahs antritt, sollte er sich allerdings mit Utahs Park Rangern in Verbindung setzen. Die bieten auf ihrer Webseite (www.nps.gov/gosp/tour/jetty. html) nicht nur eine detaillierte Wegbeschreibung zu dem entlegenen Kunstwerk, sondern auch einen Link zum staatlichen Wasserstandsamt. Nur wenn der Wasserpegel auf 4197 Fuß (1279,24 Meter über dem Meeresspiegel) sinkt, hat man eine Chance, Smithsons Spirale vom Ufer aus zu sehen.

Bild(er):

Bild: Imposante Spirale aus salzverkrusteten Basaltsteinen: "Spiral Jetty"