Ausgabe: 02 / 2003
Seite: 116
Drei für Viola
Von
Ankauf: Whitney Museum, Tate Gallery und Centre Pompidou kaufen gemeinsam eine Installation
Einerseits gibt es zu viel Kunst auf der Welt. Ständig eröffnet irgendwo ein Museum, und die Lager der vorhandenen Institute quellen über, weil man die Sammlungen stetig aktua-lisieren und aufstocken will. Andererseits gibt es den Wettbewerb der Museen um spektakuläre Stücke von außerordentlicher Qualität. Für den Direktor des New Yorker Whitney Museum, Maxwell L. Anderson, ist Bill Violas Videoarbeit "Five Angels for the Millennium" (2001) so ein Werk. Als DVD ist es zudem leicht transportierbar. Deshalb hat er sich schweren Herzens entschlossen, das Video nicht für sein Haus alleine zu kaufen, wo man die komplette Installation mit Lautsprechern und Projektoren aufgrund ihrer Größe ohnehin nicht permanent zeigen könnte. Er möchte sie großmütig mit den Kollegen vom Pariser Centre Pompidou und der Londoner Tate Gallery teilen. Es klingt verdächtig generös, wenn Anderson über den "Meilenstein musealer Kooperation" berichtet, die bislang einmalige Zusammenarbeit dreier bedeutender Kunstmuseen.
Als sei es etwa ehrenrührig, das Arrangement als die Sparmaßnahme zu deklarieren, die es ist. Schließlich teilen sich die Institute nicht nur den Werkpreis von 700000 Dollar, sondern auch die Transport- und Installationskosten, Versicherung und Konservierung.
So ist die neue Kollegialität wohl eher eine Vernunftentscheidung, die den Museumsbesuchern nur recht sein kann.
Bild(er):
Bild: Gehört drei Museen: Bill Violas Videoarbeit "Five Angels for the Millennium" (2001)
