Ausgabe: 02 / 2003
Seite: 116

Bietgefecht

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Auktion: Japanisches Herrscherporträt brachte bei Lempertz in Köln 80000 statt geschätzter 800 Euro

Es war nicht etwa falsche Bescheidenheit, die einen privaten Anbieter veranlasste, für ein japanisches Herrscherporträt den Schätzpreis von 800 Euro zu veranschlagen. Vielmehr ahnte er schlicht nicht, was für ein kostbares Blatt da über das Kölner Auktionshaus Lempertz den Besitzer wechseln sollte.

Dies aber wussten zwei fachkundige Interessenten in den fernen USA, beides emigrierte Japaner. Sie boten telefonisch um die Wette und schaukelten den Preis schließlich auf 80000 Euro.

"Diese japanischen Experten sehen an einem Wappen im Bild, um welches Herrscherhaus es sich handelt und erkennen demzufolge den Wert des Blattes", weiß Marcus Oelen, Fernost-Experte bei Lempertz. "Und sie wissen, dass solche Blätter in Japan für jeden Preis zu verkaufen sind."

So gewaltige Preissprünge sind im Hause Lempertz gar nicht so selten: 1999 brachte die Figur eines Boddhisattva statt 40000 eine Million Mark, eine chinesische Vase, auf 1200 Mark taxiert, ging für 150000 Mark weg.

Bild(er):

Bild: Kostbares Blatt, grob unterschätzt: japanisches Herrscherporträt