Ausgabe: 02 / 2003
Seite: 8
Bedauerlich
Von
"Wiederkehr des Schäferhundes" - Joachim Hauschild über eine in München geplante Ausstellung zur NS-Geschichte der Stadt (Journal 10/2002)
Der Artikel enthält unrichtige Äußerungen, die einer Korrektur bedürfen. So wird der Eindruck erweckt, als ob der besagte Schäferhund und seine Herstellung durch KZ-Häftlinge der Grund gewesen sei, die Ausstellung im Münchner Stadtmuseum nicht zu eröffnen. Richtig ist, das der "Schäferhund" als Metapher dient für den Umgang mit NS-Objekten in der geplanten neuen Abteilung zur NS-Geschichte Münchens, die in einigen Bereichen tatsächlich wie eine NS-Devotionalienschau anmutete. Die Kontextualisierung der präsentierten Objekte ließ in vielen Fällen zu wünschen übrig. Ich war daher leider gezwungen, für eine Verschiebung der Ausstellungseröffnung zu plädieren, eine Entscheidung, die Oberbürgermeister Christian Ude mitgetragen hat. Dies ist umso er, als die Kuratorin der Ausstellung seit Herbst 2001 von einer Beratergruppe, der auch ich angehörte, immer wieder auf die besonderen Umstände der Präsentation von NS-Objekten und deren Kontextualisierung in der Ausstellung eindringlich aufmerksam gemacht worden war. Dass die Bedenken nicht ernst genommen und die Anregungen so gut wie nicht umgesetzt wurden, ist nach wie vor mehr als ärgerlich und hat der Auseinandersetzung um die NS-Geschichte in München meines Erachtens Schaden zugefügt.
Prof. Dr. Dr. Lydia Hartl, Kulturreferentin der LH München
