Ausgabe: 06 / 2002
Seite: 130
Beistand vom Staatsanwalt
Von
Affäre: Museumsdirektor Güse von allen Vorwürfen entlastet
Jüngst wurde in Saarbrücken das Ermittlungsverfahren gegen Ernst-Gerhard Güse, 57, den ehemaligen Direktor des Saarland Museums eingestellt. Der Verdacht der Untreue, der Verletzung von Haushaltsgrundsätzen sowie der Gefährdung des Stiftungsvermögens ließ sich nicht aufrechterhalten. Vielmehr bestätigte die ermittelnde Staatsanwaltschaft dem im Herbst 2001 fristlos entlassenen Direktor, er habe sich "in seinem Handeln stets von den Interessen des Museums leiten lassen".
Für den saarländischen Kulturminister Jürgen Schreier, CDU, und die Stiftungsvorsitzende Inge Weber, die auf rüde Weise Güses Entlassung betrieben hatten (art 1/2002), bedeutet das Testat der Staatsanwaltschaft die totale Niederlage.
Ihr Ziel, den ungeliebten Direktor aus dem Amt zu entfernen, haben die beiden dennoch erreicht. Vom Druck entnervt, stimmte Güse einer Aufhebung seines Arbeitsvertrages zu.
Die jüngst erfolgte Ausschreibung zur Suche nach Güses Nachfolger deutet auf eine Neuordnung der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz hin: Künftig, so heißt es, soll die Moderne Galerie im Saarland Museum "einen deutlichen Akzent in der zeitgenössischen Kunst setzen".
Bislang werden aktuelle Arbeiten jedoch in der eigenständigen Stadtgalerie gezeigt. Kritiker der Neuordnung argwöhnen daher, dass die Akzentverschiebung langfristig auf die Schließung des Hauses deuten könnte.
Bild(er):
Bild: Rehabilitiert: Güse
Bild: Elf Metallfiguren des Bildhauers Fritz Cremer stehen seit 44 Jahren auf dem Gelände der Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald. Eine Untersuchung mit einer medizinischen Spezialkamera ergab nun, dass die expressiven Häftlingsgestalten inwendig von Rost zerfressen sind. In einem zwei Jahre währenden und eine Million Euro teuren Verfahren sollen Metallrestauratoren in Weimar das Kunstwerk wiederherstellen. Unklar ist noch, ob das Monument die dafür nötige Demontage unbeschadet überstehen wird. S. A.
