Ausgabe: 06 / 2002
Seite: 96

Moderne ohne Ideale

Von Kira Van Lil

VADUZ: RITA MCBRIDE / Objekte und Installationen der amerikanischen Künstlerin im neuen Kunstmuseum Liechtenstein

Eine Arena im Museum - die Tribüne wird zur Skulptur, der Betrachter zum Akteur und Zuschauer zugleich. Das aus Holz gefertigte Werk stellt sich von jeder Seite anders dar, man kann sich vor den Reihen wie ein Schauspieler fühlen oder auf den Stufen wechselnde Plätze einnehmen. Rita McBrides Ar-beit von 1997 ist nun in Liechtenstein zu sehen, begleitet von repräsentativen Werken der 41-jährigen, in New York lebenden Amerikanerin. Mit ihren Objekten, die sie aufwändig in Holz, Kunststoff, Bronze und Aluminium ausführt, nimmt sie Bezug auf Orte und Dinge des Alltags, vor allem auf Architektur.

Für Vaduz entwickelte die Künstlerin eine neue Installation, die bekannte Elemente wie die Betontreppen und die legendären Rundstützen von Le Corbusiers Villa Savoye in Poissy bei Paris aufgreift - eine Ikone der Moderne, Verkörperung des Ideals der Reinheit und des funktionalen Pragmatismus. Rita Mc- Bride macht mit ihrer Installation, so die Kuratorin Christiane Meyer-Stoll, auf heutige Alltagsarchitektur aufmerksam, die den Formen der Moderne folgt, ohne deren Ideale zu bewahren.

Termin: 30. Mai bis 25. August, Literatur: ein Roman von 13 Autoren im Stil von Trivialliteratur, in dem auf Werke von McBride Bezug genommen wird, 28 Franken. Internet: www. Kunstmuseum.li

Bild(er):

Bild: Rita McBrides "Arena" (4 x 20 x 30 m, 1997)