Ausgabe: 06 / 2002
Seite: 8

Kunst und Kommerz

Von

Editorial von Axel Hecht über den Düsseldorfer Kunstsammler und PR-Spezialisten in eigener Sache Axel Haubrok (4/2002)

Der Sammler Axel Haubrok wurde von mir zu einer Ausstellung mit den Arbeiten seiner Sammlung eingeladen. Von mir selbst stammt die Anregung, das gewohnte Ritual "Sammler - Kunstinstitut" einmal zu durchbrechen und zu thematisieren. Ich bot ihm auch an, die Ausstellung selbst zu kuratieren. Die Auswahl wurde besprochen, die letzte Entscheidung über Form und Modalität lag beim Sammler. Das gehörte mit zur Absicht.

Der Katalog ist ausschließlich von Axel Haubrok konzipiert und bezahlt. Auch wenn er Teil eines Ausstellungsprojekts im Museum Abteiberg ist, bleibt er geistiges Eigentum des Herausgebers. Der Sammler hat darüber hinaus die Ausstellung zu großen Teilen mitfinanziert, so dass der Steuerzahler und Museumsbesucher sich eher freuen sollte. Während in Hamburgs Deichtorhallen "Art & Economy" sich zu einem sauber arrangierten netten Stelldichein zu Ungunsten der Kunst zusammenfinden, ist das Museum Abteiberg ein Ort der Kunst geblieben.

Während andere Museen mit Modenschauen und der überzogenen Corporate Identity von Firmen die Kunstpräsentation diffamieren und sich diesen Unternehmen "ausliefern", wurde bei "No Return" lediglich einmal das transparent gemacht, was sonst unter der Decke bleibt. Als Leiter eines Museums für zeitgenössische Kunst gehöre ich keiner "Aussteller-Zunft" an und kann diese deshalb auch nicht "desavouieren".

Veit Loers, Museum Abteiberg, Mönchengladbach

Ihr Editorial zu Haubrok spricht mir sozusagen wörtlich aus der Seele: Ausstellung und Katalog sind der dreisteste Versuch der Machtübernahme in einem Museum durch einen egozentrischen Sammler, den wir je erlebt haben. Vielen Dank für Ihre offenen Worte.

Gerhard Pfennig, Bonn

Bild(er):

Bild: Die Titelgeschichte der April-Ausgabe berichtet von der Hamburger Künstlergruppe Die Schlumper