Ausgabe: 06 / 2002
Seite: 128
Stählerne Bäume
Von
Museen: Barcelonas neues Zentrum für aktuelle Kunst
Mit 800 Werken hat die katalanische Sparkasse "la Caixa" Spaniens bedeutendste private Sammlung zeitgenössischer Kunst - von Antoni Tapies bis hin zu Anselm Kiefer reicht das Spektrum. Als das Bankhaus 1985 mit den Ankäufen begann, wurde an die Präsentationsfläche noch kein Gedanke verschwendet. Nun hat die Kollektion eine dauerhafte Heimat gefunden. In Barcelona wurde in einer ehemaligen Baumwollspinnerei das "CaixaForum" eröffnet. Das Gebäude gehört der Bank seit 1963. Entworfen hatte es 1911 der Architekt Josep Puig i Cadafalch, der sich ebenso wie Antoni Gaudi der verspielten katalanischen Art des Jugendstils verschrieben hatte. Bereits ein gutes Jahrzehnt später wurde die Textilproduktion eingestellt. Seit 1940 hatte die Polizei in dem prächtigen Ziegelbau Stallungen und Garagen untergebracht. Seit einigen Jahren steht das Haus leer.
Durch den Ausbau des Souterrains wurden 5000 Quadratmeter für Vestibül, Laden, Bibliothek und einen Konzertsaal gewonnen. Die Umwandlung kostete 30 Millionen Euro. Neben Büros, einem Restaurant und Ateliers bietet das Hauptgeschoss nun drei große Säle mit insgesamt 3000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Durch einen unterirdischen Eingang gelangt der Besucher ins Haus; für die Eingangshalle entwarf der japanische Architekt Arata Isozaki zwei das Glasdach tragende .
Nach dem Rotationsprinzip wird jeweils ein Teil der Sammlung zeitweise im Museum zu sehen sein. Schwerpunkt ist die internationale Kunst der letzten 20 Jahre.
Adresse: Avda. Marques de Comillas 6-8, Tel. +34/934788600. Internet: www.fundacio.lacaixa.es/caixaforum/
Bild(er):
Bild: In der ehemaligen Baumwollspinnerei hängt jetzt Kunst
