Ausgabe: 06 / 2002
Seite: 9
Weicher wohnen: die Soft-Möbel von Mailand
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Warm und sicher war es im Frühjahr 2002 fast nirgendwo auf der Welt, außer auf der Mailänder Möbelmesse. Dort schien es, als wollten sich die Designer zurück in den Mutterleib verkriechen, so organisch sind die neuen Formen, so schmiegsam fühlen sich die verarbeiteten Materialien an. Ob Spiralen, erste Zähne, oder abgebundene Würste - die neuen Möbel der tonangebenden Firmen beschwören Körperlichkeit und Intimität. Beginnt so die Überwindung der Gefühlsarmut des minimalistischen Designs? Oder erlaubt die harte Wirklichkeit keinen anderen Ausweg? Bei so viel Deutungsobjekten hätte Sigmund Freud gewiss seine Freude gehabt.
Bild(er):
Bild: Nicht nur fürs Wartezimmer geeignet: Philippe Starcks Hocker "Der Zahn" für die französische Firma XO
Bild: Von Verner Pantons Wohnlandschaften inspiriert: In Fabio Novembres Spirale "AND" für Cappellini können mehrere Benutzer gleichzeitig liegen oder sitzen
Bild: Am Boden zu kauern, ist traditionell unbequem. Olivier Peyricot schafft mit seinen skulpturalen "Body Prop"Möbeln Abhilfe. Produziert werden sie von Edra
Bild: Oben: Den wurmartigen Sessel "Buldang" des Japaners HiroHiko Kamiya kann man auch zur Liege machen (produziert für VIA, Paris). Links: Bank "Sora" und Tisch "Mame" von Sachio Hihara, Japan
Bild: Sofa? Sessel? Nennen wir es einfach eine Sitzgelegenheit. Die beiden brasilianischen Brüder Fernando und Humberto Campana entwarfen sie für Edra und nannten sie nach ihrer Schlangenform "Boa"
